Studie

Trotz Smartphone: Freizeitverhalten der Schweizer Jugend hat sich kaum verändert

Die Schweizer Jugend hält viel ihr Smartphone in den Händen - doch das Freizeitverhalten hat sich kaum verändert. Man trifft sich nach wie vor.

Die Schweizer Jugend hält viel ihr Smartphone in den Händen - doch das Freizeitverhalten hat sich kaum verändert. Man trifft sich nach wie vor.

Die grosse Mehrheit der Schweizer Jugendlichen besitzt ein Smartphone. Sie nutzt das Gerät vor allem um Musik zu hören oder im Internet zu surfen, wie nun eine neue Studie zeigt. Telefonieren mit dem Handy steht erst an dritter Stelle.

Die Meinung von Kulturpessimisten ist schnell gemacht: Die Omnipräsenz von Smartphones und sozialen Medien wie Facebook führt dazu, dass sich Jugendliche zunehmend aus dem „realen Leben“ verabschieden und ihre Kontakte nur noch online pflegen.

Doch das stimmt nicht: Gemäss einer neuen Studie zum Medien- und Freizeitverhalten der Schweizer Jugend treffen sich 12- bis 19-Jährige trotz Smartphone in ihrer Freizeit gerne und regelmässig mit Freunden.

Der Anteil von Jugendlichen, die ein eigenes Smartphone haben, hat in den letzten vier Jahren stark zugenommen: Heute besitzen 97 Prozent ein internetfähiges Telefon.

2010 waren es nur knapp die Hälfte der Teenager. In der gleichen Zeit hat sich die non-mediale Freizeitbeschäftigung aber kaum verändert.

79 Prozent der befragten treffen weiterhin sehr häufig Freunde (2010 waren es 81 Prozent). «Die medienbezogenen Freizeitbeschäftigungen haben eine begleitende Funktion und können das Bedürfnis der Jugendlichen nach Zusammensein nicht ersetzen», ist Studienleiter Daniel Süss überzeugt.

Der Professor für Medienpsychologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW) führt im Auftrag der Swisscom seit 2010 die sogenannte James-Studie durch. Dabei werden 1000 Jugendliche in den drei grossen Sprachregionen zu ihrem Medienverhalten befragt.

Facebook bleibt beliebt

Die Befragung zeigte zudem, dass in 99 Prozent der Haushalte, in denen die Jugendlichen wohnen, Computer oder Laptop mit Internetzugang stehen.

Die tägliche Surfdauer unter der Woche lag bei zwei Stunden und habe sich über die letzten Jahre hinweg nicht verändert, heisst es in der Studie. Auch am Wochenende sei das Verhalten (drei Stunden täglich) gleich geblieben.

Drei von vier Schweizer Jugendlichen tauschen sich laut Befragung im Internet regelmässig über soziale Netzwerke aus. 89 Prozent sind bei mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet. Immer noch ist Facebook am beliebtesten, dicht gefolgt von Instagram. Twitter folgt an vierter Stelle nach Google+.

Von Print- zu Onlinemedien

Wenig verändert haben sich in den letzten vier Jahren die häufigsten Freizeitbeschäftigungen. "Freunde treffen" steht seit eh und je an der Spitze. 60 Prozent gaben an, sie würden "Ausruhen und nichts tun". Täglich oder mehrmals in der Woche machen 29 Prozent Musik (2010: 32 Prozent).

Der tägliche oder mehrmals wöchentliche Konsum von Gratiszeitungen sank bei den Befragten seit 2012 von 49 auf 35 Prozent. Dafür konsumiert fast jeder dritte Jugendliche Tageszeitungen online - Tendenz steigend, wie es heisst.

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