Interview

Tierärztin zum Massensterben in Botswana: «Elefanten berüsseln gerne tote Tiere»

Fabia Wyss ist Tierärztin im Zoo Basel.

Fabia Wyss ist Tierärztin im Zoo Basel.

Wenn im Zoo Basel ein Elefant kränkelt, wird Tierärztin Fabia Wyss geholt. Sie hat unsere Fragen zu Infektionen bei Elefanten beantwortet.

In Zoos ist das für Elefanten tödliche Herpesvirus gefürchtet. Könnte es für das Massensterben in Botswana verantwortlich sein?

Fabia Wyss: Theoretisch wäre dies möglich, es kommt in der Wildnis vor, jedoch selten. Wahrscheinlich ist es nicht, es betrifft häufiger Asiatische Elefanten oder Jungtiere zum Zeitpunkt, wo sie von der Muttermilch abgesetzt werden.

Welche anderen lebensgefährlichen Viren und Bakterien sind bei Elefanten bekannt?

Es gibt Unmengen, zum Beispiel Salmonellen, die Durchfall verursachen oder zu schlimmeren Erkrankungen führen können.

Sind Ihnen Fälle bekannt, wo ein Erreger vom Elefanten auf den Menschen übergegangen ist?

Da gibt es verschiedene, zum Beispiel Elefantenpocken. Sie lösen bei uns Läsionen aus, sind aber nicht unbedingt gefährlich.

Wie werden Krankheiten zwischen Elefanten übertragen?

Das kommt auf den Erreger an. Es kann bei Körperkontakt passieren oder bei Kontakt mit Ausscheidungen. Zudem berüsseln Elefanten gerne tote Tiere. Denkbar ist sogar, dass sich an einem Wasserloch so viele Erreger ansammeln, dass es zu einer Ansteckung kommt.

Gibt es Impfungen für Elefanten?

Ja. Wenn eine Wunde zu Starrkrampf führen könnte, impfen wir mit demselben Impfstoff wie bei Pferden gegen Tetanus. Es gibt auch eine Pockenimpfung für Elefanten, sie muss aber speziell hergestellt werden.

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