Noch immer werden viel weniger Katzen gechippt und registriert als Hunde. Im Jahr 2011 waren es neu knapp 45'000 Katzen. Insgesamt als lebend registriert sind schweizweit mehr als 240'000 Tiere. Bei einer Population von ungefähr 1,4 Millionen Katzen (2014) ist das im Verhältnis allerdings wenig. Woran das wohl liegt?

Einerseits sicher einmal an der fehlenden Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen durch ihre Halter. Zwar müssen Katzen für den Grenzübertritt mit einem ISO-konformen Mikrochip (15-stellige Zahl ohne Buchstaben) gekennzeichnet sein und einen Heimtierausweis mitführen – die Tiere müssen aber im Unterschied zum Hund nicht gleichzeitig auch bei der Anis AG respektive Amicus (nur für Hunde) registriert sein. Weil nur die wenigsten Katzen auf Reisen gehen, ist Kennzeichnung und Registrierung bei den meisten Hauskatzenbesitzern bisher auch gar kein Thema.

Viele Katzenhalter sehen keine Notwendigkeit, ihre Wohnungs-, Haus- und Hofgenossen beim Tierarzt mit einem Mikrochip zu versehen und freiwillig in einer zentralen Datenbank registrieren zu lassen. Wahrscheinlich auch wegen der zusätzlichen Kosten, die das Prozedere mit sich bringt.

Im Februar günstiger

Das Implantieren eines Mikrochips und die Registration bei der Anis AG kosten für Katzen, im Rahmen einer Konsultation beim Tierarzt zum Impfen beispielsweise, rund 90 Franken. Den ganzen Februar hindurch nun wird bei allen Tierärzten in der Schweiz eine Katzenchipaktion durchgeführt. Das Chippen der Katze kostet diesen Monat rund 15 Franken weniger als sonst.

So sollen Katzenbesitzer vermehrt zum Chippen ihres Büsis animiert werden. Wer aber nun glaubt, die Tierarztkliniken würden von chip-willigen Katzenbesitzern überrollt, sieht sich getäuscht. Eine kleine Umfrage bei einigen Tierarztkliniken zeigte, dass sich die Nachfrage auch in diesem Monat im üblichen Rahmen hält.

Dass die Katzenbesitzer so wenig von einer lückenlosen Registrierung halten, hat wohl verschiedene Gründe. Bedenkt man, dass ein Grossteil der Katzen heute als reine Wohnungskatzen gehalten werden, so ist verständlich, dass hier eine kostenpflichtige Kennzeichnung und Registrierung nicht viel Sinn macht – nebst der zusätzlichen Belastung des Tieres durch Transport und Tierarztbesuch.

«Freigänger» sollten gechippt sein

Ganz anders ist es aber bei den sogenannten Freigänger-Katzen. Das sind Tiere, welche sich frei auf dem Gelände ihres Zuhauses und in freien Natur bewegen. Hier machen die Kennzeichnung mittels Mikrochip und die anschliessende Registrierung in der zentralen Heimtierdatenbank Anis auf jeden Fall Sinn.

Wären solche Freigänger dann als Fundkatzen oder auch als tot aufgefundene Tiere gekennzeichnet und registriert, könnten die Halter unverzüglich über den Verbleib ihrer Tiere informiert werden. Alle Tierarztpraxen und Tierheime sind heute mit den entsprechenden Lesegeräten ausgestattet.

Tiere, die bei der Anis AG registriert sind, können so innert kürzester Zeit ihren Besitzern zurückgegeben werden. Und selbst die traurige Nachricht, dass ein Tier tot aufgefunden wurde, ist einem Halter sicher lieber als eine endlose, verzweifelte Suche und die stete Ungewissheit, wo das vermisste Büsi wohl abgeblieben ist.

Lesegeräte auf den Gemeinden?

Leider besitzen bisher nur wenige Gemeinden eigene Lesegeräte für das Ablesen der Mikrochip-Codes. In vielen Gemeinden scheint auch nicht klar geregelt zu sein, wie mit verunfallten Katzen umgegangen werden soll. So wird vielfach weder in den Kadaversammelstellen noch beim Einsammeln am Strassenrand mithilfe von Lesegeräten routinemässig überprüft, ob die betroffene Katze überhaupt gekennzeichnet ist.

Das ist insbesondere dann für den Katzenhalter ärgerlich, wenn er seine Katze vorsorglich durch den Tierarzt hat chippen und registrieren lassen und dann nach dem Wegbleiben seines geliebten Vierbeiners vergeblich auf einen Anruf oder eine Benachrichtigung wartet.

Die Halterabfrage bei der Anis AG ist aber rund um die Uhr möglich: Gemeinden erhalten jederzeit die Zugangsberechtigung auf die Heimtierdatenbank und zusätzlich kann ausserhalb der Bürozeiten die 0900-Notfallnummer angewählt werden.