Coronainfizierungen

Spitaleinweisungen in der Schweiz haben sich verdoppelt

Die Spitäler in den Kantonen sind ganz unterschiedlich belegt. Proportional zur Bevölkerung gibt es momentan am meisten Patienten im Kanton Jura.

Die Spitäler in den Kantonen sind ganz unterschiedlich belegt. Proportional zur Bevölkerung gibt es momentan am meisten Patienten im Kanton Jura.

Lange stiegen zwar die Coronafälle, doch in den Spitälern spürte man kaum mehr was vom Virus. Letzte Woche begann nun auch diese Kurve zu steigen. Rund 20 Hospitalisationen sind es mittlerweile pro Tag.

Das Coronavirus hat viel von seinem Schrecken verloren. Aktuell sterben zum Glück nur wenige daran, null bis vier Todesfälle gibt es pro Tag. Doch nachdem die Kurve der Corona-positiv getesteten Personen schon länger ansteigt, haben sich letzte Woche nun auch die Spitaleinweisungen verdoppelt. In den letzten beiden Septemberwochen kam es täglich noch zu rund 10 Hospitalisationen, letzte Woche waren es durchschnittlich 20.

Am Dienstag kamen nun 39 Fälle hinzu, die ins Spital eingewiesen werden mussten. Die Grafik zeigt die gemeldeten neuen Hospitalisationen rückwirkend verteilt auf das tatsächliche Eintrittsdatum. Am meisten Patienten pro 100'000 Einwohner haben die Kantone Jura, Neuenburg und Genf. Generell ist die Westschweiz stärker betroffen.

Quelle: BAG; Grafik: lsi

Quelle: BAG; Grafik: lsi

Die Zahl der Hospitalisationen ist kantonal allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. Das zeigt der Blick in die Statistik bei einem Siebentage-Durchschnitt (bis Montag). Es ist eine Momentaufnahme. Durchschnittlich wurden in der letzten Woche hospitalisiert, wobei an der Spitze der Skala folgende Kantone stehen:

  1. Jura: 11,3 Hospitalisierte pro 100'000 Einwohner (8 Personen)
  2. Genf: 11,1 (56 Personen)
  3. Neuenburg: 5,4 (10 Personen)
  4. Zug: 4,0 (5 Personen)
  5. Freiburg: 3,7 (12 Personen)

Keine Hospitalisierungen gemeldet in diesem Zeitraum haben die beiden Kantone Uri und Glarus. Ebenfalls wenige Fälle haben Nidwalden (0,3 Hospitalisierte pro 100'000 Einwohner), Basel-Land (0,6), Basel-Stadt (0,9), Graubünden (1,0), Aargau (1,3) und Solothurn (1,4). Auch Zürich verzeichnet mit 2,3 Fällen pro Hunderttausend Einwohner eher wenige Fälle.

Tiefer als im Frühjahr - noch

Dennoch ist festzuhalten: Die Zahl der Hospitalisationen nehmen zwar zu, befinden sich im Vergleich zum Frühling aber auf einem tiefen Niveau. Die folgende Grafik zeigt die absolute Anzahl der neu Hospitalisierten pro Tag in der gesamten Schweiz.

Abgesehen davon sind Spitäler anders als im Frühjahr nun deutlich besser vorbereitet. Das Personal ist geschult, die Abläufe und Behandlungsmethoden sind klar. So sagte beispielsweise das Insel Spital in Bern letzte Woche: «Die Insel Gruppe ist parat für den Herbst». Auch Restaurants, Veranstalter, Schulen und andere Einrichtungen sind sensibilisiert und haben bereits Schutzkonzepte ausgearbeitet.

Doch ein Teil der positiv Getesteten der letzten Tage wird erst in den kommenden Tagen hospitalisiert, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Kritisch beobachten muss man also auf jeden Fall die Entwicklung in einzelnen Regionen, in denen sich das Coronavirus schnell auszubreiten scheint. So beispielsweise in Genf, wo gestern wieder 63 Personen mit Covid-19 hospitalisiert waren, 9 davon lagen auf der Intensivstation.

Die Corona-Task-Force Epidemiologin Nicola Low sagt im Interview: «Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass die Verbreitung des Virus' momentan nicht wirksam verhindert wird.»

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