Bildung

So werden Sie zum Musterschüler – beim Autor hat es auch geklappt

Ein Berliner hat ein Motivationsbuch für Schüler geschrieben, wie man zum Musterschüler wird.

Ein Berliner hat ein Motivationsbuch für Schüler geschrieben, wie man zum Musterschüler wird.

Ein junger Berliner hat ein Motivationsbuch für Schüler wie ihn geschrieben, wie man zum Musterschüler wird – bei ihm hat es jedenfalls funktioniert.

Die Schule ist inzwischen für alle so richtig angelaufen, besonders für jene Oberstufenschüler, bei denen die Matur näher rückt: In den nächsten zwei Jahren sollten sie voll aufdrehen. Da plagen wohl den einen oder die andere Ängste, wie sie das über die Runde bringen. Und das mit einem Zeugnis, das vielleicht eher von miesen bis mittelmässigen Noten strotzt als von brillanten.

Nur noch Top-Noten

So ging das auch dem Berliner Gymnasiasten David Weinstein: «Ich war kein guter Schüler», sagt er von sich. Mehr noch: «Ich war sogar äusserst mittelmässig mit Tendenz zu schlecht. Ich sammelte Vierer und Fünfer, sogar einen Sechser.»

Auf die Schweiz übersetzt wären das lauter Zweier und Dreier und sogar Einser. Keine brillanten Voraussetzungen, überhaupt ein Abitur zu schaffen, geschweige denn eines mit mehr als Minimalnoten. Weinstein fand, er müsse dringend etwas ändern und legte sich eine Notenverbesserungsstrategie zurecht. Diese setzte er knallhart um und schrieb am Ende das Buch «Schluss mit ungenügend».

Aber zurück zum Anfang: «Im heissen Sommer 2012 sass ich allein an meinem Schreibtisch und beschloss, von nun an nur noch Top-Noten zu schreiben», schreibt er in der Einleitung. «Auf dem Blatt Papier, das vor mir lag, stand in grossen Buchstaben: Abiturnote 1,0 (Maturnote 6).»

Ein sportliches Ziel für einen bequemen Schüler. Im Untertitel des Buches verspricht Weinstein: «Wie ich vom schlechten Schüler zum 1-Abiturienten wurde – und wie du das auch schaffst.»

Mit lockerer Selbstsicherheit, fast ein wenig im Plauderton, erzählt Weinstein Schritt für Schritt, wie er sein Ziel ansteuerte. Dabei schreckt er auch vor banalen Tipps nicht zurück, hier ein paar in gekürzter Form:

Sei pünktlich und versuche, im ganzen Jahr nicht eine einzige Stunde zu verpassen.

Ich halte in jeder Stunde immer einen Stift in der Hand, um auch wirklich jede Einzelheit zu notieren.

Melden, melden, melden. Das ist der einfachste Weg, um seine Noten aufzubessern.

Stelle laufend sicher, dass du bei jedem Detail mitkommst.

Analysiere deine Lehrer, um herauszufinden, was sie besonders gern haben und was sie überhaupt nicht ausstehen können und richte dich dann danach.

Suche den Kontakt zu anderen guten Schülern.

In der Schule gut mitmachen reicht nicht. Ein Teil deiner Einserjagd findet zu Hause statt.

Platz schaffen, Ordner besorgen, ordentliche Schulmappe packen.

Wer regelmässig die Hausaufgaben macht, hat es später beim Lernen viel einfacher.

Grundhaltung ist zentral

Weinsteins Ratschläge sind weder neu noch überraschend. Aber vielleicht wirkungsvoll, weil sie nicht von einem Pädagogen kommen, sondern von einem mittelmässigen Schüler, der es damit ganz nach vorne geschafft hat. Allein diese Erfolgsgeschichte verleiht vielleicht einigen, die den Schwung verloren haben, einen Motivationsschub.

Vor allem, mahnt Weinstein, braucht es unbedingt die richtige Grundhaltung: Ein mittelmässiger Schüler reagiere auf ein unverstandenes Thema oft à la: «Scheiss Mathe! Das sollte man mal abschaffen.»

Nicht so sein ehrgeiziger Kollege: «Der 1,0-Schüler ist gewillt, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um den drohenden Weltuntergang zu verhindern.» Ob sich Weinsteins Erfolgsrezept so eins zu eins auf die Schweiz übertragen lässt, ist noch nicht erprobt. Aber seine Tipps machen auch für Schweizer Gymnasiasten Sinn. Vielleicht reicht es dann am Ende nicht zu einer Sechsermatura, aber immerhin für einen sicheren Notendurchschnitt.

David Weinstein studiert mittlerweile Management und leitet so ganz nebenbei eine kleine Handelsfirma.

David Weinstein: Schluss mit ungenügend. MVG, 2015. Fr. 17.90.

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