Batterie fast leer. 10 Prozent Batterieladezustand oder ein kurzer, roter Balken rechts oben – diese Meldung ist für jeden Smartphone-Besitzer ein Aufreger. Zumindest, wenn weit und breit keine Steckdose zur Verfügung steht – wie etwa bei längeren Ausflügen in den Ferien. Ein ziemlich verbreitetes Problem, weil so mancher Akku leider nicht einmal mehr einen vollen Tag durchsteht. Doch dieses Problem lässt sich mit wenigen Handgriffen beseitigen.

Nicht nachts aufladen

Wer sein Gerät etwa über die ganze Nacht auflädt, stresst den Akku und verringert damit seine Kapazität. Am besten hängen Sie Ihr Smartphone an die Steckdose, wenn die Batterie zwischen 20 und 30 Prozent anzeigt. Bitte dann aber nicht auf Maximum laden, sondern lediglich auf 80 bis 90 Prozent. Keine Angst vor dem früher berüchtigten Memory-Effekt (Kapazitätsverlust, wenn der Akku nicht ganz entladen ist), denn der tritt bei modernen Geräten nicht mehr auf. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Temperatur möglichst zwischen 10 und 35 Grad liegt.

Damit Sie gut durch den Tag kommen, empfehlen sich zudem einige Stromspar-Massnahmen. Schalten Sie WLAN, Bluetooth und die GPS-Funktion nur dann ein, wenn Sie sie auch brauchen. Ansonsten können Sie zusehen, wie der Energiebalken nach unten geht. Zudem sollten Sie den Bildschirm nur so hell einstellen wie unbedingt nötig. Die Automatik-Funktion passt die Helligkeit auf Wunsch selbstständig an die Umgebung an. Braucht es kurzzeitig mehr Licht, wie etwa für den Scanner bei elektronischen Tickets, lässt sich die Einstellung schnell verändern. Falls Sie unterwegs merken, dass der Ladestand zu tief ist, bieten Android-Smartphones automatische Energiespar-Modi in verschiedenen Stufen an.

Apps für mehr Laufzeit

Wenn Ihnen das nicht ausreicht, helfen entsprechende Apps wie beispielsweise «Greenify» weiter. Die grössten Strom- und Datenfresser können hier einfach in den Ruhezustand versetzt werden, was die Akkulaufzeit deutlich verlängern kann. Praktisch ist auch der «DU Battery Safer», mit dem sich die energieintensiven Apps auf Knopfdruck automatisch analysieren und ausschalten lassen. So können Sie schnell eine Stunde und mehr zusätzliche Power herausholen.

Der «Go Battery Saver» schliesslich hilft dabei, den Energiehaushalt des Smartphones oder Tablets zu personalisieren. Hier lässt sich einstellen, wann das Smartphone WLAN oder Bluetooth einschaltet. Leider müssen die Nutzer bei dieser App aber einiges an Werbung in Kauf nehmen.

Anders sieht das Ganze bei iOS-Geräten aus. Hier lassen sich Statistiken und Infos nur anzeigen, ein Eingreifen ins Energiemanagement via App ist nicht möglich. «Battery Life» zum Beispiel zeigt Akkustand und Statistiken über die Restlaufzeiten unter verschiedenen Szenarien wie 4G- oder WLAN-Betrieb an.

Mobile Outdoor-Lader

Reichen auch diese Massnahmen nicht aus, sollten Sie sich eine mobile Stromquelle anschaffen. Sogenannte Power Banks laden Ihre mobilen Geräte auch unterwegs auf. Es gibt sie in diversen Ausführungen und Kapazitäten. Wer jeden Tag Zugang zu einer Steckdose hat, greift am besten zu einer preisgünstigen Variante wie der «Trust Urban Primo», die unlängst vom «Kassensturz» als Testsieger ausgezeichnet wurde. Die Variante mit 10 000 mAh kostet derzeit knapp 40 Franken und lädt Smartphones je nach Modell mehr als dreimal auf. Einer der beiden USB-Anschlüsse ist schnellladefähig, der Batteriestand wird über LED angezeigt.

Wer unabhängig von der Steckdose sein möchte, kann zum ebenso starken Solarlader Xtorm Evoke AM121 greifen (etwa 94 Franken). Steht gerade keine Steckdose zur Verfügung, lässt er sich wahlweise über seine beiden aufklappbaren Solarpanels aufladen. Die vollen 100 Prozent erreichte das robuste Gerät im Test allerdings erst nach einem langen Sonnentag. Dennoch ein Tipp für alle, die sich bei ihren Trips längere Zeit abseits der Zivilisation aufhalten!