Trainhopping

Sie reisen illegal mit Güterzügen und teilen die Bilder auf Instagram

Als Trainhopper durch die USA.

Als Trainhopper durch die USA.

Wie vor 100 Jahren gibt es auch heute noch Abenteurer und Obdachlose, die sich auf Güterzüge schleichen. Mit dem Durchbruch des Internets und der Smartphones hat sich diese Art zu Reisen drastisch verändert.

Schon als sich die Südstaatler der USA mit den Nordstaaten bekriegten, gab es die ersten Trainhopper. All jene, die sich kein Zugbillet leisten konnten, suchten sich ein freies Plätzchen in einem Güterzug. Besonders bei ausländischen Arbeitern waren die Gratis-Fahrten beliebt. Sie wurden bekannt als Hobos, ein in den USA immer noch weit verbreiteter Begriff für Obdachlose.

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Heute, rund 100 Jahre später, setzten immer noch ein paar Abenteuerlustige auf die nicht ungefährliche Reisemethode. Die US-Webseite Motherboard hat in einer Reportage mit diversen Trainhoppern und Hobos gesprochen. Es sind unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Schichten. Die meisten sind nicht mal obdachlos, sondern fühlen sich von der vielleicht letzten reinen Form des Reisens angezogen. Mit dem Beginn des digitalen Zeitalters ging aber auch ein Teil der Romantik verloren.

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Der Einzug des Smartphones

«Uns war Elektrizität völlig egal, weil wir nichts hatten, das Strom brauchte. Jetzt werden wir von dem elektrischen Leben angezogen, weil es so extrem praktisch für unseren Lebensstil ist», sagt Huck, einer 33-jähriger Tramper. Mittlerweile hat auch er wie die meisten ein Smartphone. Die Landkarten aus Papier sind Google Maps gewichen, die geheimen Zeichen in und ausserhalb der Güterzüge wanderten in Internetforen. Wer im 21. Jahrhundert Trainhopping betreibt, erkundigt sich auf Reddit oder schaut YouTube-Videos wie man am einfachsten eine Zugfahrt schnorrt, ohne erwischt zu werden.

Unterwegs mit einem Trainhopper

Unterwegs mit einem Trainhopper

«Für einen Obdachlosen oder Landstreicher ist lange Akkulaufzeit der Hauptfaktor bei Geräten, da wir sie nicht ständig aufladen können», erklärt Huck. Auf seinen Reisen hat er immer einen langanhaltenden E-Reader mit installierten Karten und Überlebenshandbüchern dabei. Ausserdem benutzt er ein solarbetriebenes USB-Ladegerät und ein wiederaufladbares Akku-Pack.

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Auch jüngere Menschen lockt das illegale Abenteuer. Und weil Fotografieren und Teilen längst fester Bestandteil ihres Lebens geworden ist, überrascht es nicht, dass man ihre Spur bis auf Instagram verfolgen kann.


Die vollständige Reportage auf Motherboard (englisch).

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