Die Zürcher Männer können nicht flirten! Das beklagte zuletzt Autorin Esther Meyer in der «SonntagsZeitung» und staunte, dass die Zürcher bei dieser Flirtkultur noch nicht ausgestorben sind.

Nun bestätigt diese Woche auch eine «Paarship»-Umfrage: Die Schweizer nehmen das Flirten viel zu seriös und haben Bammel vor den Konsequenzen.

Charme- oder Balz-Manko?

Sogar die deutsche Tageszeitung «Die Zeit» schrieb einst: Das Flirten zählt nicht zu den Kernkompetenzen des Schweizers. Mangelt es uns an Charme? Oder haben wir ein Balz-Manko?

Diesen Fragen ging die Sendung «TalkTäglich» auf den Grund. In der Expertenrunde: Bachelorette Frieda Hodel, Comedian Stefan Büsser und «Blick»-Sexberaterin Caroline Fux.

«Schweizer sind eher defensiv»

«Dass Schweizer keine super Flirter sind, ist nichts Neues», bestätigte die Sexberaterin die jüngsten Vorwürfe. Wahnsinnig viel können wir laut Caroline Fux aber nicht dafür. «Die Art, wie wir miteinander umgehen, ist immer auch ein Abbild unserer Kultur.» Und die Schweizer seien eben eher defensiv und sehr korrekt. 

Gerade, dass wir immer alles richtig machen wollen, stehe uns im Weg, wenn es darum geht, einen Mann oder eine Frau anzusprechen. «Wir sind nicht so spielerisch im sozialen Umgang miteinander. Und weil genau das beim Flirten gefragt ist, fallen wir Schweizer da etwas ab.»

Büsser: «Ich glaube, ich habe noch nie geflirtet»

Humor sei im Übrigen ein wichtiger Faktor: «Manchmal fragt man sich ja: Wie hat der denn die abbekommen? Oft sind diese Männer dann gute Unterhalter, lustige Leute.»

Hier klinkt sich Stefan Büsser ein: «Ich kann das nur bestätigen, ich habe immer Frauen über meinem Wert abbekommen.» Er selbst – in einer Beziehung – kann sich nicht an den letzten Flirt erinnern. Mehr noch: «Ich glaube, ich habe noch nie geflirtet.»

Gegenüber Bachelorette Frieda Hodel legt er dann auch nicht unbedingt Liebenswürdigkeit an den Tag. Gleich mehrere an sie gerichtete Seitenhiebe folgen kurz hintereinender.

Die «innerlichen Werte»

Erst sagt Büsser: «Ich war nie so verzweifelt, dass ich bei der Bachelorette hätte mitmachen müssen.» Und: «Deine Männerauswahl, die du dort bekommen hast, ist ja auch nicht grad wie das Gelbe vom Ei.»

Als Frieda Hodel sich dann mit dem Satz «Da geht es um die innerlichen Werte» rechtfertigt, setzt Büsser noch einen obendrauf: «Die innerlichen Werte finde ich immer sehr schön. Vor allem, wenn sie im Duden sind.»

Autsch. Büssers Seitenhiebe auf das Konto von Bachelorette Frieda Hodel.

Autsch. Büssers Seitenhiebe auf das Konto von Bachelorette Frieda Hodel.

Büsser konnte es auch nicht lassen, auf Twitter weiter zu sticheln:

tweet büsser bachelorette

Da könnte etwas Nachhilfe in Sachen Charme nicht schaden. Sexberaterin Caroline Fux rät allen Flirt-Laien: «Geht in die Gemüseabteilung.» Dort lasse sich unbekümmert üben. In der Kassenschlange übrigens auch. Ins Körbli einer attraktiven Person linsen und fragen: «Ist das gut?», könne ein guter Flirt-Anfang sein.

Und für alle, die sich selbst beim Einkaufen nicht zu flirten trauen, gibt es immer noch die Methode, mit Menschen zu üben, für die man keine eindeutigen Absichten hegt – die Seniorin von nebenan zum Beispiel oder je nachdem eine gleichgeschlechtliche Person. Na dann mal los!

Die Schweizer können nicht flirten! Sehen Sie hier die ganze «TalkTäglich»-Sendung zum Thema.

Die Schweizer können nicht flirten! Sehen Sie hier die ganze «TalkTäglich»-Sendung zum Thema.