Smartphone

Selfies gucken kann unglücklich machen

Bekommen wir Gruppenselfies, fühlen wir uns zugehörig.

Bekommen wir Gruppenselfies, fühlen wir uns zugehörig.

Wir fotografieren uns und verschicken die Selfies. Was wir bedenken sollten: Die Empfänger kann das betrüben.

Ich vor der Sehenswürdigkeit, ich zusammen mit dem bekannten Sänger, ich bei meinem Lieblingsitaliener – im Zeitalter des Smartphones gehören Selfies einfach dazu. Und sie werden auch gerne verschickt. Doch wer sich die Ich-Fotos anschaut, sollte vorsichtig sein. Denn es könnte, wie eine US-Studie ermittelt hat, schlecht für das Selbstwertgefühl sein.

Mehr als eine Million Selfies werden jeden Tag geschossen. Die meisten davon bleiben nicht auf deinem eigenen Smartphone, sondern werden per Facebook, Whatsapp oder einen anderen Dienst geteilt, sodass auch Freunde daran teilhaben können. Doch für die wäre es möglicherweise besser, diese Bilder gar nicht zu öffnen.

Ein Forscherteam der Pennsylvania State University hat 275 junge Männer und Frauen befragt, wie oft sie sich Selfies anderer Leute anschauen und wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Es zeigte sich, dass mit der Häufigkeit des Selfie-Betrachtens der Glücksfaktor deutlich nach unten sackt.

Ein amerikanischer und ein japanischer Tourist starten auf einem Boot einen brutalen Kampf – wegen Selfiesticks.

Ein amerikanischer und ein japanischer Tourist starten auf einem Boot einen brutalen Kampf – wegen Selfiesticks.

Als Ursache vermutet Studienleiterin Ruoxu Wang: «Die meisten Leute verschicken ja Selfies von Situationen, in denen sie glücklich sind oder etwas Aufregendes erleben.» Und dann entstünden bei demjenigen, der dieses Fotos betrachtet, Neid- und Minderwertigkeitsgefühle. Nach dem Muster: «Der erlebt gerade etwas Tolles, und ich muss mir das jetzt aus der Ferne ansehen.» Nicht umsonst werden Selfies auch gerne an Ex-Partner verschickt, um ihnen zu zeigen, dass man auch ohne sie glücklich ist.

Besser: Groupies

Doch wer Rücksicht auf seine Freunde nimmt, sollte ihnen keine Selfies aufs Smartphone schicken. Was er aber stattdessen machen kann: sogenannte Groupies mit mehreren Personen zu versenden. Denn die haben, wie Wang herausgefunden hat, die entgegengesetzte Wirkung. «Sie fördern das Gefühl der Zugehörigkeit und dadurch das Wohlbefinden», erklärt die Kommunikationsforscherin. Vermutlich, weil durch die abgebildete Gruppe beim Betrachter der Eindruck entsteht, dass er irgendwie dabei ist. Und wenn Sender und Empfänger gute Freunde sind, dann ist er ja meistens auch dabei.

In jedem Falle rät Wang, unsere Selfies nicht einfach wahllos zu verschicken. Wir würden zu wenig reflektieren, dass jedes Bild, das wir von uns machen und versenden, auch eine psychische Wirkung beim Betrachter hinterlässt.

Ein Selfie mit dem Bundesrat

Ein Selfie mit dem Bundesrat

Glarus - 31.8.16 - Der Bundesrat tagte am Mittwoch ausserhalb des Bundeshauses in Glarus. Nach der Sitzung nahm er sich Zeit für Fragen und Wünsche der Bevölkerung. Die wollten vor allem eines: Ein Selfie mit ihrem Lieblingsbundesrat.

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