Am Montag stiegen die Temperaturen in vielen Teilen der Schweiz auf über 20 Grad an. In Kombination mit dem trockenen Frühling steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden. So kam es etwa im Berner Bremgartenwald am Montagnachmittag zu einem Flächenbrand. Mehrere Feuerwehrfahrzeuge und über 25 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Doch nicht nur in Bern, auch in Gersau im Kanton Schwyz brannte der Wald. Die Feuerwehren von mehreren Gemeinden rückten in der Nacht aus. Mehr als 100 Einsatzkräfte samt Löschhelikopter konnten den Brand schliesslich eindämmen.

Verschont blieb auch der Kanton Graubünden nicht. Fast zwei Quadratkilometer Wald fing in Pontresina Feuer. Auch hier musste ein Helikopter die Löscharbeiten unterstützen. Schliesslich gab es noch Brandmeldungen aus dem basellandschaftlichen Muttenz. In einem Stück Wald neben der Wartenberg-Ruine brach ebenfalls ein Feuer aus. Verletzte gab es bei keinem dieser Waldbrände. Jedoch ist gemäss den zuständigen Kantonspolizeien bei jedem dieser Fälle die Brandursache noch unklar.

Keine Aussicht auf Besserung

Laut Ferdinand Oberer, Redaktor der Fachzeitschrift «Wald und Holz», sind die Waldbrände auf die Trockenheit zurückzuführen: «Das Laub am Boden sowie der Humus werden durch das warme Wetter und den fehlenden Regen trocken.» Ausserdem ziehe es aufgrund des schönen Wetters immer mehr Leute in den Wald. Diese würden Feuer entfachen, sei es zum Grillen oder um eine Zigarette anzuzünden.

Sind die Waldbesucher dabei nicht vorsichtig genug, ist die Gefahr gross, dass die umliegenden Hölzer und Blätter mit der Zeit Feuer fangen und einen Flächenbrand auslösen.

Die Risiken und Gefahren sind derzeit noch aktuell, sagt Oberer. Die Lage entspanne sich erst wieder, wenn die Luftfeuchtigkeit höher werde oder der Regen wieder einsetze. «Es muss wieder richtig regnen, der Nieselregen reicht nicht aus, da dieser in den Blättern der Bäume hängen bleibt.» Dieses Phänomen nennt man laut Oberer «Interzeption»: Der schwache Regen kommt nicht an den trockenen Boden ran, weil er von den Bäumen quasi abgeschirmt wird. Ein Blick auf das Wetter der kommenden Tage gibt momentan auch keine Hoffnung auf Besserung. Die angekündigten Regenfälle reichen sehr wahrscheinlich nicht aus, um die Situation zu entschärfen, sagt Oberer. Voraussichtlich sei die Brandgefahr bis nach Ostern noch aktuell. Auch das vorausgesagte kühlere Wetter werde keinen grossen Einfluss haben, denn das Hauptproblem sei immer noch die Trockenheit.

Informationen, ob im jeweiligen Kanton Feuern im Freien erlaubt ist, findet man auf der Website des Bundesamts für Umwelt: www.waldbrandgefahr.ch