Feinstaub

Schweizer Landluft verglichen mit Pekinger Stadtluft – über das Resultat werden Sie staunen

Ein Kind trägt einen Mundschutz gegen den Smog in Peking. (Archiv)

Ein Kind trägt einen Mundschutz gegen den Smog in Peking. (Archiv)

Aktuelle Grenzwerte für Feinstaub in der Luft orientieren sich an Menge und Grösse der Partikel. Für die Gesundheit ist jedoch nicht nur die Staubmenge entscheidend, sondern auch deren Zusammensetzung. Forscher der Empa haben jetzt das schädigende Potenzial von Feinstaub in der Schweiz und in China verglichen.

Zwar schnitt die Luftqualität der Metropole Peking erwartungsgemäss schlechter ab als die Proben aus der Schweiz. Mit ihren detaillierten Analysen deckten die Forscher jedoch auch auf, dass sich die Zusammensetzung des Feinstaubs sehr stark unterscheidet.

Schweizer Landluft schlechter als Pekinger Stadtluft

So schnitt die Luftprobe eines Schweizer Bauernhofs schlechter ab als jene von einer belebten Strasse mitten in Peking, zumindest was die Belastung mit bestimmten Bakterienprodukten betraf. Dass derartige Endotoxine in der Umgebung von Kuh und Co. gehäuft in der Luft vorkommen, ist bekannt. Vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann von den biologischen Schwebstoffen aber ein gesundheitliches Risiko ausgehen. Besonders die ultrafeinen Schwebestoffe vom Bauernhof waren mit bakteriellen Endotoxinen belastet.

Und auch beim sogenannten oxidativen Potenzial des Feinstaubs war der Effekt vergleichbarer Partikelmengen in manchen Schweizer Proben heftiger und somit folgenreicher als in China, wie die Empa am Dienstag mitteilt. Das oxidative Potenzial ist ein Mass für die schädigende Wirkung des Feinstaubs, da aggressive Substanzen im Körper oxidativen Stress und Reaktionen der Immunabwehr auslösen.

Eisenpartikel wegen Bahnstrecke

Beteiligt an diesen gesundheitsschädigenden Eigenschaften der Schwebestoffe sind beispielsweise Metalle wie Cadmium und Arsen oder Russteilchen. In China zeigten grosse Mengen an ultrafeinen Arsenpartikeln ein gesundheitliches Risiko der Luft an. Proben aus dem Zürcher Vorort Dübendorf enthielten dagegen deutlich mehr Eisenpartikel im 10-Mikrometerbereich. Die Eisenpartikel stammen vom Abrieb der nahegelegenen Eisenbahnstrecke. Gemeinsam mit Kupfer und Mangan trug der Eisenstaub in der Dübendorfer Luftprobe zum oxidativen Potenzial der Proben bei. (whr)

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