Es sind zwei seltsame Wanderer, die mitten in einer Halle vorsichtig umhergehen. Auf dem Rücken haben sie einen futuristisch aussehenden Rucksack. Vor den Augen ein Visier, das einer grossen Skibrille ähnelt. Über den Ohren Kopfhörer. Mit dieser Technologie eröffnet sich ihnen statt des drögen Raums eine Welt, die an eine Szene aus dem Science-Fiction-Film «Blade Runner» erinnert – bunt, schrill, voller Neonfarben.

Real Virtuality nennt das Genfer Start-up Artanim das. Es ist die Steigerung der Virtual Reality. Man sitzt hier nicht bloss auf einem Sofa und nimmt die Computer über eine Brille wahr, sondern taucht mit allen Sinnen darin hinein. Die Besucher können sich in der Cyberwelt bewegen, mit Objekten und vor allem auch mit anderen Personen interagieren.

Prepare to be Amazed - Einblick in das «Real Virtuality»-Spiel

Daran ist auch Hollywood interessiert. So setzt nun die Firma Dreamscape Immersive auf die Technologie des Genfer Start-ups. 11 Millionen Dollar haben der Star-Regisseur Steven Spielberg und namhafte Filmstudios wie 21st Century Fox darin investiert. Caecilia Charbonnier, Mit-Gründerin und Technologie-Verantwortliche von Artanim und Dreamscape Immersive, erklärt: «Wir liefern Software und Technologie, die wir weiterhin in der Schweiz entwickeln werden. Die Geschichten und Inhalte kommen aus Los Angeles.»

Dreamscape Immersive plant, in Shopping Center und Multiplex-Kinos in Amerika VR-Erlebnisräume aufzubauen, um Menschen in eine weitere Unterhaltungsdimension zu entführen. Bereits im Herbst 2017 soll der erste VR-Laden in der Westfield Mall in Los Angeles seine Türen öffnen. Die VR-Abenteuer werden rund zehn Minuten dauern. Sie basieren teils auf grossen Hollywoodproduktionen, manche werden auch eigenständig sein. Die Eintrittspreise werden zwischen 15 und 20 Dollar betragen.

Real Virtuality: Nur mit einer Brille in eine völlig neue Welt eintauchen

Die Nutzer von Artanims Real Virtuality tragen Referenzpunkte an Füssen, Händen und auf der VR-Brille. Im Raum werden sie von den Motion-Capture-Kameras verfolgt. Artanim wurde von der ehemaligen Spitzentennisspielerin zusammen mit der Computergrafikerin Clementine Lo und dem Visual-Effects-Spezialisten Sylvain Chagué 2011 als Non-profit-Stiftung gegründet.

Es ist diese Verbindung der Motion-Capture-Technologie zusammen mit der Illusion der Virtual Reality, welche die Hollywood-Grössen auf den Plan rief. «Wir haben die heutigen Partner von Dreamscape Immersive am Filmfestival von Sundance kennen gelernt», sagt Caecilia Charbonnier. Solche Besuche von den Filmfestivals wie Sundance oder Cannes werden gezielt von der Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt, um innovative Schweizer Start-ups mit internationalen Firmen zu vernetzen.