Katzen sind eigensinnig. Und sie tun ab und an Dinge, die niemand so richtig versteht. Wie die Katze auf Bild 29. Nach dem Umzug nach Waldenburg sei sie plötzlich verschwunden und monatelang nicht mehr aufgetaucht, erzählt mir ihre Mitbewohnerin, die mich dabei beobachtet hat, wie ich mich auf leisen Sohlen an den Schopf, in dem das schwarz-weisse Büsi untergetaucht ist, herangepirscht habe. «Viel näher werden Sie nicht kommen. Sie ist Fremden gegenüber sehr scheu.»

Weshalb sie damals weggelaufen ist, das weiss niemand. Wahrscheinlich nicht einmal die Katze selbst. Irgendwie hat sie ihre ganz persönliche Selbstbestimmungsinitiative eingereicht. Irgendwo hat sie ihren eigenen Weg gesucht.

Irgendwann muss sie gemerkt haben, dass all das, was sie zurückgelassen hat, viel zu schön ist, um für immer einen grossen Bogen darum zu machen.

So rätselhaft Katzen sein können, so lustig und liebenswürdig sind sie. Als ich kürzlich auf meinem Spaziergang durch Schlossrued vor einem in den Hang gebauten Haus an den Kameraeinstellungen herumdokterte, sah ich im Augenwinkel einen Schatten die Treppe hinunter huschen.

Auf Augenhöhe blieb die Katze plötzlich stehen. Sie schaute mich erst leicht irritiert an, setzte sich dann direkt vor meine Linse und verharrte sekundenlang in dieser Pose. Als hätte sie sich ein bisschen zu oft irgendwelche Topmodel-Sendungen reingezogen. Es würde mich nicht sonderlich wundern.

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