Garten

«Querbeet»-Kolumne: Der beste Winterschutz für Pflanzen ist gratis, ökologisch und ästhetisch

Kostet nichts und ist zuhauf vorhanden: Falllaub schützt Pflanzen. Bild: Shutterstock

Kostet nichts und ist zuhauf vorhanden: Falllaub schützt Pflanzen. Bild: Shutterstock

In ihrer Gartenkolumne erklärt unsere Autorin Silvia Schaub diese Woche, warum Plastikfolien als Winterschutz ungeeignet sind. Und was stattdessen verwendet werden kann.

Neulich war ich wieder mal in einem Gartencenter – und musste die Stirn runzeln. Da werden Dutzende von Verpackungshüllen für den Garten angeboten: Vliese und Jutegewebe, Luftpolsterfolien, Kübelpflanzensäcke mit Kordeln und Reissverschlüssen, Holzdächer gegen Schneedruck, ja sogar richtige Überwinterungszelte.

Hilfe, der Winter ist im Anzug! Aber keine Panik. Ehrlich gesagt packe ich nichts in meinem Garten ein. Nicht mal die Rosen, obwohl sie auf fast 1000 Metern über Meer wachsen. Sie stehen geschützt an der Hausfassade. Auch Winter mit Temperaturen unter null Grad können ihnen nichts anhaben.

Das Einzige, was ich vor der Kälte noch tue, ist, sie mit Kompost zu versorgen. Das wärmt ihre Füsse und gibt ihnen Kraft. Falls Ihre Rosen viel Sonne bekommen, sollten Sie sie mit Tannenästen abdecken, damit die Sonne ihren austreibenden Blättern nicht zusetzt.

Natürlich mache ich meinen Garten winterfest. Gräser oder Fackellilien etwa schätzen es, wenn man sie jetzt noch nicht zurückschneidet – das kann bis im Frühling warten –, sie dafür aber zusammenbindet. So schützt man ihr Herz vor zu viel Nässe, und sie können im Frühling wieder gut austreiben. Auch für verschiedene Stauden ist der beste Winterschutz, wenn man sie erst im Frühling zurückschneidet. Etwa die Prachtkerze (Gaura) oder Herbstastern.

Es reicht, wenn man den Boden mit Tannenästen abdeckt, sodass der Wurzelbereich geschützt ist gegen kalte Winde und Frost. Ausserdem ergibt sich so der schöne Nebeneffekt, dass der Garten nicht gleich so kahl aussieht. Denn die Samenstände sehen bei Raureif oder Schnee bezaubernd aus.

Vor allem danken es die Vögel, dass sie auch im Winter noch Nahrung finden. Manche Pflanzen sollte man auch den Winter hindurch etwas wässern, wie immergrüne Gehölze, die in Kübeln oder Trögen stehen. Allerdings nur an milden Tagen und nicht in den gefrorenen Boden. Um eine schnelle Verdunstung des Wassers zu verhindern, legt man Tannenäste auf die Erde.

Mein liebster Winterschutz ist ohnehin derjenige, der zuhauf vorhanden ist und nichts kostet: das abgefallene Laub. Das sogenannte Falllaub eignet sich nämlich supergut, um Pflanzen vor Kälte und Frösten zu schützen. Das Laub wird grosszügig an die Basis der Pflanze ausgegeben. So ist der Wurzelbereich geschützt und gefriert nicht.

Falls Sie mediterrane Pflanzen wie Olivenbäumchen oder Oleander in Kübeln in Ihrem Garten oder auf Balkon stehen haben, kommen Sie nicht darum herum, sie an einem frostfreien Ort zu überwintern. Geeignet sind kühle (5–10° C), möglichst helle Orte wie Keller, Garagen, Treppenhäuser oder Wintergärten. Ausser, es handelt sich um laubabwerfende Pflanzen. Sie vertragen es gut, wenn sie von November bis Februar in dunklen Räumen stehen. Danach sollten sie aber wieder ans Licht gebracht werden, damit sie austreiben können.

Wenn Sie nun aber finden, dass es ohne Schutzmaterialien nicht geht, dann schauen Sie unbedingt darauf, dass sie luftdurchlässig sind. Von Plastikfolien lassen Sie am besten die Finger, denn darunter erwärmt sich die Luft bei jedem Sonnenstrahl. Die Folge: Die Pflanzen verdursten und beginnen möglicherweise schon im Winter auszutreiben. Wird es dann wieder kalt, können sie trotz Schutzhülle erfrieren.

Im Moment besteht noch keine Eile. Geniessen wir das herbstliche Wetter und die schöne Blattfärbung der Pflanzen.

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