Bienen

Pflegeleicht und ungefährlich: Diese Bienen sind die besten Haustiere

Da geht was: Die Wildbienen nisten im Basler Beehome.

Da geht was: Die Wildbienen nisten im Basler Beehome.

Ein Stock putziger Wildbienen bereitet nicht nur in Quarantäne-Zeiten Freude. Im Sommer sorgen sie auch für frische Früchte.

Sie haben ein flauschiges Fell, sehen putzig aus, aber anders als bei all den herzigen Hunden – die allzeit auf Instagram für ihre Frauchen und Herrchen posieren müssen – braucht man mit ihnen nicht Gassi zu gehen: Wildbienen sind zufrieden, wenn sie einen sonnigen Platz haben und ein paar Pflanzen, die sie bestäuben können. Von Wildbiene+Partner, einem ETH-Spin-off, werden die «Beehomes» im Frühjahr nach Hause geschickt – inklusive eine Startpopulation von 25 Mauer­bienen-Kokons. Das Set gibt es ab 135 Franken.

Gegen ein bisschen Betrieb auf der Stadtterrasse und ein wildes Summen ist in diesen öden Zeiten nichts einzuwenden. Schon nach vier Tagen sind unsere Mauerbienen – es handelt sich um die hierzulande sehr verbreitete ­gehörnte Mauerbiene und die Rote Mauer­biene – geschlüpft und haben sich sogleich an die Arbeit gemacht.

Die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) hat ein auffälliges oranges Hinterteil.

Die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) hat ein auffälliges oranges Hinterteil.

Das Timing hätte nicht besser sein können: Die Glyzinie im Terrassengarten blüht prächtig. Und auch an den Rosmarin-, Erdbeer- und Brombeerblüten haben unsere emsigen Wildbienen einen Narren gefressen. Friedlich Seite an Seite mit Honigbienen und einer ­dicken schwarzen Holzbiene. Bald blüht der Rosenstock, dann gibt es wohl Action bei den Pollensammlern.

Mit dem Beehome können die Wildbienen aus nächster Nähe beobachtet werden. Die Weibchen bauen vor unseren Augen grade ihre Nester in den Riesenschilfröhren des Häuschens, Honig produzieren sie indes nicht. Menschen sind ihnen schnurz, auch deren Essen und Trinken. Dass man sich also wild fuchtelnd vor dem Sommergericht findet, ist ausgeschlossen.

Wer sich jetzt ein Beehome anschafft (bis Ende Mai ist das noch möglich), sollte die Zeit mit den Wildbienen geniessen. Bereits im August ist die aktive Zeit wieder vorbei. Die Nester sind gebaut, der Nachwuchs wächst heran. Da die Bienen die Röhrchen mit einer Art Lehm versiegeln, sind die Kokons vor hungrigen Vögeln und anderen ­Tieren geschützt. Wer jedoch geeig­nete Pflanzen auf dem Balkon oder ­Garten hat, kann darauf hoffen, dass sich ­weitere Wildbienenarten, wie etwa die Blattschneiderbiene oder die ­Wollbiene, im Spätsommer noch einnisten.

Zum Service von Wildbiene+Partner gehört, dass man das Beehome im Herbst zurückschicken kann, damit die Wildbienen in den Kokons «fachgerecht» überwintern können. Nach kurzer Recherche sind wir aber überzeugt, dass die Bienchen auch auf unserer Terrasse gut durchkommen werden. Sie verfallen in eine Kältestarre und überleben bis zu minus 25 Grad. So einfach geben wir unsere herzigen neuen Compagnons nicht mehr her.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1