Schatten ist nicht gleich Schatten: Er kommt in unterschiedlichen Nuancen vor. Die Skala reicht dabei vom lichten Schatten einer lockeren Baumkrone bis zum tiefen, dichten Schatten eines Bauwerks oder eines Nadelwalds. Im Garten, auf dem Balkon oder auf der Dachterrasse ist es wichtig, zu beobachten, welche Auswirkungen Haus, Nachbarshäuser und Bäume auf die Schattenbildung haben.

Den natürlichsten Sonnenschutz bieten Bäume und Sträucher. Doch nicht jeder hat das Glück, eine Platane oder Hainbuche, einen Maulbeerbaum oder eine Kugellinde im Garten zu haben. Für baumlose Plätze gibt es andere Schattenspender – von gross bis klein, von einfach und günstig bis hin zu luxuriös und teurer.

Elegant und zuverlässig: Sonnenstoren

Sonnenstoren, auch Markisen genannt, müssen an der Hausfassade befestigt werden. Erhältlich sind sie in diversen Farben, Grössen und Formen. Es gibt vollautomatische Sonnenstoren mit Sensoren und solche mit Kassetten. Bei Letzteren sind Tuch und Gelenk­arme nach Gebrauch verstaut und vor Nässe geschützt.

Sonnenstoren gehören zu den teureren, aber sehr zuverlässigen Sonnenschutzsystemen. Ein Hightech-Sonnenschutz für mehrere Tausend Franken, dessen Montage darüber hinaus eines Profis bedarf, muss jedoch nicht sein. Einfache Gelenk-Sonnenstoren zum Kurbeln aus dem Baumarkt tun es auch. Montieren kann sie jeder halbwegs begabte Heimwerker.

Hübsch und flexibel: Sonnensegel

Sonnensegel sind textile Planen, die nach allen Seiten offene und luftige Schattenplätze schaffen. Das Aufstellen ist simpel: Die Sonnensegel werden mit Hilfe von Schnüren an mehreren Punkten befestigt – etwa an Ringschrauben in Fassaden, an Ästen, Metallstangen, Holzpfosten oder Zeltheringen. Grosse Sonnensegel benötigen ein stärkeres Gestänge und reissfeste Leinen. Bei Verwendung von Metallstangen empfiehlt sich die Verankerung in betonierten Bodenhülsen. So kann das Sonnensegel auch starken Windböen standhalten.

Sonnensegel sind in Baumärkten und Outdoorläden in allerlei Grössen, Farben, Formen und Stoffen erhältlich. Die Preise variieren je nach Stoffqualität erheblich. Auch das Gewicht unterscheidet sich stark. So ist ein Baumwollsegel wesentlich schwerer als ein Segel aus Nylon. Achten Sie auf reiss- und querzugfestes Gewebe, Doppelnähte und rostfreie Ösen. Der Stoff sollte unbedingt wetterfest sein.

Sonnensegel sind ähnlich flexibel in Gestaltung und Einsatz wie Sonnenschirme. Durch ihre typische Segelform verleihen sie dem Garten ein maritimes Flair.

Schnell und praktisch: Sonnenschirme

Aufspannen – et voilà: Sonnenschirme sind die beliebtesten Schattenspender für Garten, Balkon und Dachterrasse. Die Auswahl reicht dabei vom kleinen Pagodenschirm bis hin zum riesigen Veroneser Marktschirm. Schirme sind in den unterschiedlichsten Farben, Mustern und in Formen erhältlich. Die Gestelle können aus Holz, Alu, Stahl oder Fiberglas sein.

Besonders beliebt sind Freiarmschirme, auch Ampelschirme genannt. Der Mast befindet sich bei diesen Modellen nicht in der Mitte des Schirms, sondern seitlich. Das hat den grossen Vorteil, dass sich die gesamte Fläche unter dem Schirm nutzen lässt. So kann ein Tisch direkt unterhalb des Schirms platziert werden und wird komplett beschattet. Perfekt ist es, wenn der Schirm mit einer Neigemechanik ausgerüstet ist. So kann er vor seitlich einfallenden Sonnenstrahlen schützen – selbst bei tief stehender Sonne.

Die Preisspanne bei Sonnenschirmen ist riesig: Kleine Modelle gibt es bereits ab 20 Franken, grosse Ampelschirme können auch gut und gerne mehrere Tausend Franken kosten.

Achten Sie beim Kauf Ihres Sonnenschirms unbedingt auf Qualität und Standfestigkeit. Ist der Schirm samt Ständer zu leicht, kippt er bei der ersten Böe um, ist er zu schwer, lässt er sich oftmals kaum bewegen. Je grossflächiger der Schirm, desto weniger oft muss seine Position dem Sonnenstand angepasst werden. Andererseits bieten grosse Schirme dem Wind mehr Angriffsfläche und brauchen, um stabil zu sein, einen schweren Sockel aus Beton oder Granit. Es gibt auch Sockel mit Rollen, mit Hilfe derer auch schwere Modelle bewegt werden können. Überlegen Sie sich vor dem Kauf genau, welchen Zweck der Schirm erfüllen soll.

Sonnenschirme verleihen Ihrem Garten mehr Leichtigkeit als Sonnenstoren. Je nach Farbwahl rückt es ihn ausserdem in ein stimmungsvolles Licht.

Natürlich und klimafreundlich: Pergolen

Ursprünglich war die Pergola ein berankter Laubengang zwischen zwei Häusern. Heute wird so gut wie jeder Gartensitzplatz mit einem festen Dach als Pergola bezeichnet: einfache Dächer aus Holzleisten oder Segeltuch, aber auch Hightech-Konstruktionen mit Aluminiumgestell und Horizontalfaltstoren, mit denen sich Sonne und Schatten bestens dosieren lassen.

Für welche Pergola-Variante Sie sich auch immer entscheiden: Das Material des Daches sollte regenfest sein. Baumärkte und die meisten Gartencenter bieten eine Vielzahl vorgefertigter

Pergolen zum Selbermontieren an. Achtung: Für fest montierte Sitzplatzüberdachungen ist in den meisten Gemeinden eine Baubewilligung erforderlich. Informieren Sie sich bei der Baubehörde Ihres Wohnorts.

Traditionelle Pergolen aus Ranken bestehen aus Schling- oder Kletterpflanzen wie Glyzinien, Kletterrosen, Clematis, Zierkürbis oder Wicken. Sie bieten Ihrem Sitzplatz eine lichte und doch schattenspendende Überdachung. Ideal sind laubabwerfende Pflanzen, die im Winter, wenn wir nicht genug Sonnenstrahlen bekommen können, keinen Schatten spenden. Natürliche Pergolen sind nicht wasserdicht, dafür sind sie eine Augenweide und bieten im besten Fall auch Ihrer Nase ein besonderes Erlebnis.

Tipps für die Wahl von textilen Schattenspendern

  1. UPF: Achten Sie auf den Lichtschutzfaktor (UPF). Die strengste Prüfmethode ist die Norm UV-Standard 801. Mindestens ein UPF 20 ist notwendig, um einigermassen vor Sonnenbrand zu schützen. Besser ist ein UPF 50.
  2. Farbe: Weisse Sonnenschirme und -dächer bieten unter Umständen besseren Schutz als dunkle, weil sie weniger Wärme speichern. Entscheidender als die Farbe ist jedoch die Dichte des Stoffs.
  3. Pflege: Zur Vermeidung von Schimmelbildung sollte das Tuch nie länger in nassem oder feuchtem Zustand aufgerollt sein. Blätter und Insektenkot möglichst sofort entfernen, Verschmutzungen mit einer weichen Bürste ausbürsten. Falls Flecken mit Wasser und Seife ausgewaschen werden, sollte der Stoff gegebenenfalls nachimprägniert werden.