Familie

Paare mit Kindern sind nicht unbedingt glücklicher als solche ohne Kinder

Eltern sind nicht per se glücklicher als Kinderlose. Das gilt laut einer Studie mit fast drei Millionen Befragten zumindest für die USA und andere Industrieländer. In ärmeren Ländern wirken sich Kinder dagegen sogar negativ auf das Wohlbefinden aus.

Die Teilnehmer sollten einschätzen, wie nahe sie einem "idealen" Lebenszustand kommen und welche Gefühle sie am Tag vorher verspürten. Als Antworten standen glücklich, traurig, ärgerlich, besorgt und gestresst zur Auswahl.

In den USA ordneten sich beide Gruppen auf einer Skala von eins bis zehn bei rund sieben Punkten ein: Eltern mit Kindern aller Altersstufen bei 6,82, Kinderlose bei 6,84, wie die Forscher von der US-Universität Princeton im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichten.

Nur in der Alterspanne der 34- bis 46-Jährigen sahen Eltern sich als glücklicher (6,84) im Vergleich zu Kinderlosen (6,51) an. Insgesamt berichteten Eltern von mehr emotionalen Hochs und Tiefs als Kinderlose. Als die Wissenschaftler aber Merkmale wie Bildungsstand, Einkommen, Gesundheit und Glaube statistisch entfernten, stellten sie fest, dass Kinderlose einen Hauch zufriedener waren.

Bevorzugter Lebensstil

Die Forscher schliessen daraus, dass es keinen ursächlichen Zusammenhang von Elternschaft und Zufriedenheit gibt. "Wir vermuten, dass jene Erwachsenen am zufriedensten sind, die sich nach ihrer Präferenz für oder gegen eine Elternschaft entschieden haben", schreiben sie.

Dafür spricht auch, dass das Resultat nicht für ärmere Länder gilt. Dort zeigten sich Eltern insgesamt weniger zufrieden mit ihrem Leben. "Je höher die Fruchtbarkeitsrate, umso häufiger beurteilten Menschen mit Kindern ihr Leben schlechter als solche ohne", heisst es in der Studie. Das bestätige den bisherigen Erkenntnisstand verfügbarer Studien zu diesem Thema.

Für die Studie wurden weltweit fast drei Millionen Menschen befragt: Teil eins trägt die Ergebnisse der Befragung von etwa 1,8 Millionen US-Bürgern im Zeitraum von 2008 bis 2012 zusammen. Ein zweiter Teil wertet die Angaben von 1,07 Millionen Befragten aus 161 Ländern über den Zeitraum von 2006 bis 2012 aus.

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