Leben

Nützt oder schadet Corona dem Klimaschutz? Ein Pro und Contra

© CH Media

Der Lockdown hat vorübergehend zu weniger Mobilität und weniger Umweltverschmutzung führt. Ob der Corona-Schock nachhaltig ist und den CO-Abdruck verkleinert, ist umstritten.

Unfassbar hohe Summen werden gerade zur Rettung der Wirtschaft bereitgestellt. Der Motor soll so schnell wie möglich wieder brummen, am besten noch lauter als zuvor. Die Luftfahrt und die Autoindustrie gehören zu jenen Branchen, die mit am lautesten um Hilfspakete betteln. Als just jene, die sich beim Klimaschutz am schwersten tun. Sie sollen und werden Geld bekommen. Sie werden sich damit aber nicht mehr so leicht aus der Verantwortung stehlen können.

Die Klimakrise ist durch die Coronapandemie in den Hintergrund getreten. Doch das Problem ist geblieben, wird sich verschärfen. Die Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass wer wie die USA oder England nicht auf Wissenschafter hört, wer zu spät handelt, selbst mit einer Notbremse nicht mehr davon kommt. Wir haben nicht die Zeit, in eine nicht zukunftstaugliche Wirtschaft zu investieren. Wir haben nicht die Ressourcen, zwei so grosse Krisen wie die Pandemie und den Klimawandel unabhängig voneinander zu bekämpfen.

Kluge Politiker und Wirtschaftsführer werden solche Investitionen nach vorne schieben, bei denen wir sowohl die Folgen der Coronakrise bekämpfen als auch den Klimaschutz voranbringen. Krisen sind oft Knotenpunkte von Entwicklungen. Da werden Dinge möglich, die man sich vorher nicht hätte vorstellen können.

Es wird in den nächsten Monaten um die Deutungshoheit über die Zukunft gehen. Wie wollen wir weitermachen? In was für einer Welt leben? Statt von einer Krise in die nächste zu stolpern, wollen die Menschen Wege in eine bessere Zukunft sehen. Das Jahr 2020 könnte ein weiteres Hitzejahr werden, spätestens dann wird sich der Fokus ändern.

Autor

Katja Fischer De Santi

Meistgesehen

Artboard 1