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Nix mit Däumchendrehen während der kalten Jahreszeit: Der Hausgarten im Glas

Mit den sogenannten Pflanzenterrarien kann man wunderbar experimentieren. Shutterstock

Mit den sogenannten Pflanzenterrarien kann man wunderbar experimentieren. Shutterstock

Unsere Autorin legt im Winter Miniaturgärtchen in der Stube an. Dabei ist auch Kreativität gefragt. Heuer versucht sie es mit Farnen und lässt ihrer Fantasie freien Lauf.

Manche Gartenliebhaber mögen jetzt jammern, weil im Herbst und Winter die Zeit des Däumchendrehens kommt. Nicht so bei mir. Ich freue mich darauf, den Garten ein paar Wochen seinem Schicksal zu überlassen. Langweilig wird es mir trotzdem nicht. Ich verlege den Garten einfach ins Haus – und lege mir ein paar Miniaturgärtchen an. Das braucht nicht viel Platz und Zeit auch nicht. Zum Bepflanzen dienen Konfi-Gläser oder eine schöne Schale, Teekannen oder ein Terrarium. Dann können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen: Vom Mooswäldchen bis zur Dünenlandschaft – alles ist möglich. Oder soll nur eine einzelne Pflanze besonders zur Geltung kommen? Auch kein Problem.

Mit Pflanzenterrarien – besonders in geschlossener Form – kann man wunderbar experimentieren. Wahre Ökosysteme sind das, die erstaunlich lange halten. Werden sie hermetisch versiegelt, können sie sogar jahrelang intakt bleiben. Jedenfalls ist das einem Hobbygärtner in England gelungen, der 1960 ein solches Pflanzenterrarium anlegte. Er soll es seither nur einmal gewässert haben, und es wächst und gedeiht immer noch.

Wichtig ist der Boden

Für die Ewigkeit müssen solche Miniaturgärtchen aber nicht unbedingt sein. Nur schon der Akt der Entstehung bringt viel Befriedigung. Die britische Garten-Expertin Holly Farrell zeigt in ihrem Buch «Miniatur-Gärten – Indoor und Outdoor» (Haupt-Verlag), wie einfach und vielfältig das geht. Wichtig ist natürlich die Basisschicht, sprich der Boden, in dem man die Pflanzen setzt. Am sinnvollsten legt man erst eine Schicht mit Kies und dann mit Aktivkohle an, bevor die Blumenerde daraufkommt, am besten eine Aussaaterde, weil sie feiner ist als etwa Universalerde. 

«Miniatur-Gärten», Holly Farrell, Haupt-Verlag, 144 S., Fr. 32.90.

«Miniatur-Gärten», Holly Farrell, Haupt-Verlag, 144 S., Fr. 32.90.

Ich wage diesmal einen Versuch mit Farnen, die ich in verschiedene Gläser gesetzt habe. Das sieht auch optisch sehr schön aus. Sie brauchen natürlich gutes Licht, sollten aber nicht zu warm haben. Zum Befeuchten verwende ich eine Sprühflasche, damit sie beim Giessen nicht gleich erdrückt werden.

Auch vor der Haustür habe ich einen Mini-Garten mit Koniferen und Christrosen angelegt. Kaufen Sie einfach die kleinsten Pflanzen, damit Sie sie lange im Topf halten können. Die meisten Zwergkoniferen wie Kugelkiefer, Wacholder oder kugelige Goldzypresse wachsen so langsam, dass sie kaum je einen Rückschnitt brauchen, und wenn, dann höchstens einen leichten «Haarschnitt». Wenn der Frühling naht, werde ich sie ergänzen mit ein paar bunten Frühlingsblühern.

In meinem Lieblings-Indoor-Gärtchen allerdings wachsen keine Zierpflanzen, sondern frisches Grün für den Teller. Diesem Trend folge ich nicht erst, seit alle von «Micro Greens» sprechen. Meine ersten Versuche machte ich schon vor Jahren mit einem Ton-Kopf, sodass die Kressesprossen wie Haare aussahen. Übrigens brauchen solche «Micro Greens» an sich gar keine Erde, sie spriessen auch auf feuchtem Haushaltpapier oder Watte. Es eignen sich spezielle Samenmischungen, aber auch jedes Saatgut von Garten- oder Kopfsalaten, Kräutern oder Gemüsesorten wie Karotte oder Fenchel, Spinat oder Amarant. Und wer sich dabei noch künstlerisch betätigen will, wählt Samen in verschiedenen Grün- und Rottönen und legt sie in einem Muster an. Schliesslich gärtnert – und isst – das Auge mit.

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