Gegen aussen schwach und hilflos, ihr wahres Gesicht ist aber skrupellos und brutal. Weibliche Psychopathen sind wahre Manipulationsmeister.

Die deutsche Kriminalpsychologin und Autorin Lydia Benecke beleuchtet in ihrem neuen Buch «Psychopathinnen – die Psychologie des weiblichen Bösen», das Wesen weiblicher Täter.

Frauen sind keine Täter

Ein wichtiger Aspekt dabei: Frauen werden nicht als Täter gesehen. Benecke erläutert das unter anderem am Beispiel des sexuellen Missbrauchs. «Männer merken sehr lange nicht, dass überhaupt ein Übergriff passiert ist», sagt sie in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri am Montagabend.

«Erst wenn man ihnen erklärt, dass es nicht in Ordnung ist, was die Mutter, Babysitterin oder Cousine gemacht hat, beginnen sie zu realisieren.» In den Köpfen habe sich festgesetzt, dass Frauen keine Täter sind.

Weibliche Psychopathinnen hätten laut Benecke zudem eine ganz andere Strategie als männliche. Männer würden Dominanz demonstrieren. «Bei den Frauen funktioniert ein solches Auftreten nicht so gut, man hat also die These, dass sie sich aufgrund dieser Erfahrungen entweder als super hilfsbereit darstellen oder als hilfsbedürftig.»

Unsozial, aber nicht grundsätzlich Mörder

Die problematischen Eigenschaften von Psychopathen – ob weiblich oder männlich – sind laut Benecke, dass sie wenig Angst, Schuld- oder Mitgefühl haben, gleichzeitig aber starke Bedürfnisse, die sie impulsiv befriedigen möchten.

Diese Mischung aus fehlenden Bremsen und starken Trieben erhöhe zwar die Wahrscheinlichkeit, eine Straftat zu begehen, dass Psychopathen Mörder sind, dementiert Benecke aber vehement.

Meist würden sie vor allem «unsoziale Dinge» tun, aber «weder werden alle schweren Tötungsdelikte von psychopathischen Menschen begangen, noch begehen die meisten psychopathischen Menschen schwere Tötungsdelikte.» (smo)

Das Böse in der Frau

Das Böse in der Frau – sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Lydia Benecke in voller Länge.