Die Schwalbe, sie ist ein glücklicher Vogel. Sie umkreist zeit ihres Lebens die Welt, immer auf der Suche nach dem besten Ort zum Verweilen. Dieses vogelfreie Leben weckt Sehnsüchte im Menschen. So steht die Schwalbe seit je für Zuversicht und Optimismus. Diese Sehnsucht nach Glück hat einst auch den Franzosen René Lalique inspiriert. Er gehörte zu den avantgardistischsten und vielseitigsten Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts.

Wie keiner vor ihm experimentierte Lalique mit den Effekten von Glas. Und jeder, der einmal das Lalique-Museum im beschaulichen Elsässer Dorf Win- gen-sur-Moder besucht hat, weiss: Lalique liebte die zierliche und gleichzeitig kraftvolle Silhouette der Schwalbe, ihre Anmut und Leichtigkeit. Sie ist als Motiv auf zig seiner Vasen, Flakons und auch auf Schmuckobjekten zu sehen.

Die Schwalbe ist heute noch das poetische Symbol der Lalique Group. Die Kristallmanufaktur, die sich seit 2008 im Besitz des Schweizer Unternehmers Silvio Denz befindet und von ihm geleitet wird, macht heute ihren Hauptumsatz mit Dekorationsobjekten, Inneneinrichtung und Parfüms.

Absolute Luxusprodukte und begehrte Objekte bei Sammlern, die besonders in Europa und Asien glückliche Abnehmer finden, nachdem das Unternehmen in den 1990er-Jahren noch mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen gehabt hatte. So verwundert es nicht, dass Lalique zum 130-Jahr-Jubiläum eine Serie von Vasen, Duftkerzen und Parfüms ganz im Zeichen des glückbringenden Vogels herausbringt.

Das Highlight: die 130 nummerierten Stück des Parfüms «Mon Premier Cristal Hirondelles». Der Flakon ist mit goldenen Schwalben verziert, die von Hand hergestellt und bemalt wurden, wie uns ein Einblick in die Manufaktur, die sich auch in Wingen-sur-Moder befindet, zeigte. Die Produktion ist mehr als aufwendig: Zuerst wird Sand mit Bleioxid im eigens hergestellten Tonofen bei 1300 Grad geschmolzen, danach das flüssige Kristallglas in die jeweilige Gussform gebracht, wovon die Lalique-Manufaktur rund 6000 besitzt.

Im Ofen wird Sand geschmolzen.

  

Dann erst beginnt die Arbeit der Künstler, indem sie das Kristallglas etwa satinieren, dass es undurchsichtig wird, aber lichtdurchlässig bleibt.

René Lalique gilt als Erfinder dieser Technik. Und darauf sind die rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Manufaktur im Elsass noch heute stolz. Diese Herstellung der Lalique-Objekte hat, logisch, ihren Preis. Die aufwendig verarbeiteten Produkte der Jubiläumskollektion sowieso. So liegt der Preis beim Parfüm «Mon Premier Cristal Hirondelles», das ab März in Lalique-Boutiquen erhältlich ist, bei rund 1100 Franken.

Es gilt schon jetzt unter Sammlern von Flakons als extrem begehrenswert. Auch wegen des von Parfümeurin Nathalie Lorson kreierten Duftes. Eine sinnliche, betörende, gleichzeitig erfrischende Komposition verschiedener Jasminblüten aus Ägypten bis hin zu einer seltenen Art, die nur in Grasse, dem Heimatort von Nathalie Lorson, gedeiht.

Es sind jene Gefilde, wohin die Schwalbe reist, wenn es ihr in unseren Breitengraden zu kalt wird. Eine wunderbare Hommage an Laliques Lieblingssujet.