Simbabwe

Junger Elefant mit gebrochenem Bein: Heilt es zu spät, droht ihm ein schrecklicher Tod

Der junge Elefant mit dem gebrochenen Bein

Ein junger Elefant Beim Unglücks-Elefanten handelt es sich um jenen, der mit de linken hinteren Bein humpelt.

Wer die Tierwelt in der Savanne Simbabwes entdeckt, gerät ins Schwärmen. Doch wie das Schicksal eines Elefanten zeigt, kann sie ungemein brutal sein.

Eine Herde von Elefanten steht Anfang Mai an einer Wasserstelle im Hwange-Nationalpark. Die Rüssel der Dickhäuter tauchen ein ums andere Mal ins Wasser, ehe sie es in die Mäuler fliessen lassen. Als sie genug haben, ziehen die Tiere weiter. Dabei fällt ein junger Elefant auf: Er humpelt.

Die Erklärung liefert Leo. Der Guide führt Safari-Touristen durch den Nationalpark, der halb so gross ist wie Belgien: «Der junge Elefant hat sich ein Bein gebrochen.» Die Ursache kennt er nicht. Möglich sei ein Unfall oder ein genetischer Defekt, sprich gebrechliche Knochen wegen Osteoporose (Knochenschwund). Dafür weiss er aus Erfahrung, welches Schicksal dem jungen Elefanten droht.

Das verletzte Elefäntli (links) unterwegs mit seiner Herde.

Das verletzte Elefäntli (links) unterwegs mit seiner Herde.

Rund zwei Monate später, wenn das Grün der Savanne hier kahlgefressen, die grüne Vegetation dem Sand gewichen ist und die Elefanten nicht mehr genug Nahrung finden, werden viele weiterziehen, manche Tausende Kilometer weit ins benachbarte Botswana. Wenn der junge Elefantder zirka ein Jahr alt ist, Glück hat, heilt der Knochenbruch bis dann so gut aus, dass er dem Tempo der Herde folgen kann. Falls nicht, bedeutet das für ihn das Todesurteil.

Nur die Mutter wird bei ihm bleiben

"Er wird zurückfallen", erklärt Leo. "Nur seine Mutter wird bei ihm bleiben." Und genau das ist das Problem. "Sie allein wird ihn gegen ein Rudel Löwen nicht verteidigen können."

Dem jungen Elefanten droht damit ein brutales Schicksal. Für die Löwen käme die leichte Beute dagegen gelegen. Nur 500 bis 600 von ihnen leben zurzeit im Nationalpark. Elefanten dagegen gibt es hier 45'000. Vor 15 Jahren waren es noch 20'000.  

Philipp Zimmermann, Redaktor az Online, reiste auf Einladung von Knecht Reisen nach Simbabwe. Die Reisereportage folgt in den nächsten Wochen in der «Schweiz am Wochenende».

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