Der Philosoph Aristoteles riet davon ab, eine deutlich jüngere Frau zu heiraten. Denn die sei «im Beischlaf gar zu zügellos». Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass es durchaus zufrieden macht, wenn man einen jüngeren Partner heiratet. Bloss: Das Glück währt kurz.

Ein Forscherteam um Wang-Sheng Lee von der australischen Deakin University analysierte die Daten einer Interviewaktion, in der man die Mitglieder von knapp 7700 Haushalten nach ihren Lebensverhältnissen und ihrer Zufriedenheit befragt hatte. Und zwar jedes Jahr über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Dabei zeigte sich, dass Männer und Frauen mit jüngerem Partner am Anfang ihrer Ehe deutlich zufriedener sind als solche, die sich mit einer gleich alten oder älteren Person vermählt haben.

Insgesamt bleibt die Erkenntnis: Der ältere fühlt sich – unabhängig von seinem Geschlecht – in einer Beziehung zu einem jüngeren Partner pudelwohl. Am Anfang jedenfalls. Denn nach sechs bis zehn Jahren ist von seinem Glücksvorsprung nichts mehr übrig. «Wir konnten beobachten, dass die Lebenszufriedenheit bei Paaren mit unterschiedlich alten Partnern deutlich schneller zurückgeht, als wenn sie ähnlich alt sind», berichtet Lee.

Unterschiedliche Lebensphasen

Das liegt vermutlich daran, dass unterschiedliche Lebensalter auch unterschiedliche Lebensphasen bedeuten. Wenn etwa der Ältere in Rente geht, während der Jüngere noch zehn Jahre arbeiten muss, oder der Jüngere ein Kind will, während der Ältere mit dem Thema durch ist, sind Konflikte vorprogrammiert.

Sind die Partner unterschiedlich alt, können sie ausserdem weniger gut mit finanziellen Engpässen in ihrer Beziehung umgehen. «Die Unzufriedenheit wächst dann bei ihnen deutlich schneller», warnt Lee. Der australische Wirtschaftspsychologe vermutet, dass solche Ehen oft vor dem Hintergrund geschlossen werden, dass der Ältere den Jüngeren versorgt. Und wenn das dann nicht mehr funktioniert, wird der Partnerschaft ihre Basis entzogen – und sie schlittert in eine schwere Krise.