Intimchirurgie

Jeder vierte Mann ist mit seinem besten Stück unzufrieden – Druck kommt auch von Frauen

Geht es um ihr bestes Stück, sind viele Männer verunsichert.

Geht es um ihr bestes Stück, sind viele Männer verunsichert.

Er gilt als Symbol für Männlichkeit: der Penis. Knapp die Hälfte der Männer ist laut einer britischen Studie unzufrieden mit der Grösse ihres Glieds. Und immer mehr Männer legen sich deswegen unters Messer.

«Wir bieten seit fünf Jahren Penisvergrösserungen und -verdickungen an, die Nachfrage steigt Jahr für Jahr», sagt Nic Liotta, General Manager der «Gentlemen's Clinic» in Zürich. Genaue Zahlen will er nicht nennen, beide Eingriffe seien bei Männern aber gleichermassen beliebt.

Die durchschnittliche Penislänge liegt bei rund neun Zentimetern im erschlafften und zirka 13 Zentimetern in erigiertem Zustand. Die Ärzte behandeln laut Liotta bei Vergrösserungen in den meisten Fällen Männer, die von Natur aus ein kleines Glied hätten.

Anders sieht es im «Dr.Kish Aesthetic Center» in Zürich aus. Hier sind rund 80 Prozent der behandelten Männer «normal» bestückt, wie Schönheitschirurg Deniel Kish sagt. «Viele Männer sind extrem verunsichert, was ihr bestes Stück anbelangt», sagt Kish. Die gestiegene Unsicherheit sei auf verzerrte Normvorstellungen zurückzuführen, die die Porno-Industrie vermittle. Nicht nur bei Männern: Auch die Erwartungshaltung von Frauen habe sich durch Bilder, die eine angebliche Normalität vorspielten, verändert. «Ich erlebe immer wieder Frauen, die mit ihrem Mann in die Sprechstunde kommen und sich explizit ein grösseres Glied bei ihrem Partner wünschen», so Kish. 

«Besser bestückte» Männer interessanter

Eine internationale Studie von 2013 gibt ihm Recht: Demnach finden Frauen Männer mit grösserem Glied sexuell anziehender. Die über den Sinn der Studie nicht aufgeklärten, durchschnittlich 26 Jahre alten Frauen sahen sich 53 lebensgrosse, am Computer erzeugte Bilder imaginärer Männer an. Alle waren unterschiedlich gross, von unterschiedlicher Figur und hatten unterschiedliche Penisse. 

Die Frauen sahen sich grosse und «besser bestückte» Männer nicht nur länger an, sondern schätzten sie auch als sexuell attraktiver ein. Die Ergebnisse würden «Behauptungen direkt widersprechen, dass Penisgrösse für die meisten Frauen keine Rolle spielt», folgerten die Studienautoren in ihrem Aufsatz. Dies bestätigt auch eine weitere Studie aus dem Jahr 2016, die erstmals mit 3D-Penisformen arbeitete. 

«Die grosse Verunsicherung liegt auch daran, dass die Intimzone nach wie vor ein Tabuthema ist», sagt Deniel Kish. Der Schönheitschirurg bietet bereits seit 20 Jahren Penis-Eingriffe an. Die Nachfrage steige Jahr für Jahr. 

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