Ob Möbel, Böden, Innenausbau oder Gebäudehülle – Holz ist in. Jedes fünfte neue Einfamilienhaus in der Schweiz wird aktuell mit einer Tragkonstruktion aus Holz geplant. Bei An- und Umbauten beträgt der Anteil an Baubewilligungen für Holzkonstruktionen sogar mehr als 30 Prozent. Dies entspricht fast einer Verdoppelung in den letzten zehn Jahren.

Grund für die Zunahme der Holzbauweise ist nicht zuletzt ihre starke Entwicklung in den vergangenen Jahren. Im Fokus stehen dabei neue Bausysteme, die das geringe Gewicht des Holzes ausnutzen. Die Vorfertigung grosser Elemente ermöglichen eine kurze Bauzeit.

Nachhaltigkeit des Holzes

Neben seiner Leichtigkeit, seiner Belastbarkeit (über dreimal mehr als Stahl) und seinem positiven Einfluss auf das Raumklima, spricht vor allem auch die Nachhaltigkeit für das Baumaterial Holz.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Klima ist ein vorherrschendes Thema unserer Zeit. Dem Holzbau werden klimatechnisch die grössten Möglichkeiten zugesprochen. Welch Glück, dass die Schweiz über ein riesiges Potenzial an Holzvorräten verfügt.

Wohnen mit Holz

Ob „uriges“, rustikales Flair oder moderne, urbane Ausstrahlung – mit Holz ist fast alles möglich. Es strahlt nicht nur eine warme Atmosphäre aus, sondern erfüllt zugleich sämtliche Anforderungen an den Wohnkomfort: Holz dämmt gegen Temperaturextreme und Lärm (fast fünfmal so gut wie eine Ziegelwand!), fühlt sich angenehm an und sorgt für ein Raumklima mit idealer Luftfeuchtigkeit.

In der Schweiz kommen vor allem Fichten (Rottannen) und Buchen vor. Fichtenholz eignet sich einerseits als Bau- und Konstruktionsholz, andererseits aber auch für Fensterrahmen, Täfer oder Böden. Buchenholz wird vor allem beim Innenausbau verwendet, so etwa für Möbel, Parkett oder Treppen.

Der Trend bei der Innenausstattung geht weg von Kunststoff, Metall und Glas zurück zum Holz. Denn Holz ist zwar langlebig, aber nicht langweilig: Je nach Art und Finish wirkt jedes Stück Holz anders. Kein Echtholzmöbel gleicht einem anderen. Dafür sorgen schon die unterschiedlichen Maserungen.

Pro Raum nur eine Holzart

Wer sein Zuhause mit Echtholzmöbeln (oder auch mit Möbeln in Echtholzoptik) ausstatten will, muss stiltechnisch einiges beachten. Holzmöbel in einem Raum sollten aus derselben Holzart hergestellt sein, um ungewollte Unruhe zu vermeiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Herz für günstiges Holz (wie etwa Fichte oder Kiefer) oder teures Holz (wie etwa Eiche oder Palisander) schlägt. Haben Sie in der Wohnung freiliegende Naturholzbalken oder unbehandelte Türen und Fenster aus Holz, dann sollten die Möbel bezüglich Holzart und Maserung dazu passen.

Unterschiedliche Räume erlauben unterschiedliche Hölzer. Wichtig ist, dass die Einrichtung zu den Böden passt: Wer einen Boden aus Fichtendielen hat, sollte dazu nicht unbedingt Möbel in dunkler Eiche kombinieren. Ob Sie die Möbel dem Boden anpassen oder umgekehrt, ist Ihnen überlassen.

Robustes Holz fürs Bad

Wer sein gesamtes Daheim mit Holz einrichten möchte, muss neben der Optik auch funktionale Eigenschaften beachten. So ist etwa das Bad nicht für jedes Holz die richtige Umgebung. Sehr offenporige einheimische Hölzer neigen zu unschönen Verfärbungen und gern auch zur Fäulnis, wenn sie ständig mit hoher Luftfeuchte oder direktem Wasser konfrontiert werden. Spezielle Holzwachse können hier helfen – fragen Sie in einem Fachhandel für Baubedarf nach. Noch besser ist es, für Feuchträume wasserunempfindliche Hölzer wie beispielsweise Teak, Douglasie oder Lärche zu wählen.

Achten Sie in ofen- oder kaminbefeuerten Räumen darauf, dass Ihre Holzmöbel nicht zu dicht an den Wärmequellen stehen, um Brandgefahr zu vermeiden.

Verzichten Sie in Ihrer Küche auf Holz – mit Ausnahme der Fronten. Der Korpus der Küchenmöbel darf gern aus speziell beschichteten Spanplatten bestehen. Diese sind leichter zu reinigen als Massivholz und nehmen allfälliges Fett aus der Luft nicht so leicht auf wie reine Holzoberflächen. Arbeitsflächen sollten ebenfalls nicht aus reinem Holz bestehen – sie wären allzu anfällig gegen Verschmutzung, Wärme und mechanische Verletzungen.

Wann immer Sie Holz als natürlichen Rohstoff zum behaglichen Wohnen suchen, werden Sie bei guten Möbelhändlern fündig. Auch Designermöbel haben Holz wieder für sich entdeckt und bieten eine hochwertige Auswahl langlebiger Möbel. Eine günstige Möglichkeit mit Holz im Wohnraum zu arbeiten, ist die Verwendung von aufeinander stapelbaren Holzkisten. Sie haben Angst, dass Ihr Zuhause zu „holzig“ wird? Wählen Sie Holzmöbel in unterschiedlichen Lasuren und Lackierungen. Oder bevorzugen Sie antike Möbel? Dann schauen Sie im Brockenhaus vorbei oder versuchen Sie Ihr Glück auf Internet-Plattformen.

Selbst sind Mann und Frau

Natürlich können Sie Ihre Einrichtung auch selbst in die Hand nehmen. Sie möchten eine Lounge aus Holzpaletten bauen, ein Regal aus alten Holzkisten zimmern oder einen Boden aus Holzplatten verlegen? Lassen Sie sich in einem Geschäft für Baubedarf beraten. Holz ist nicht gleich Holz, und wenn Sie für Ihre Terrasse ein poröses Holz wählen, das nicht witterungsbeständig ist, könnte Ihre Freude von kurzer Dauer sein. Anleitungen zum Bau von Holzmöbeln, zum Verlegen von Parkett oder zum einfachen verlegen von Holzplatten finden Sie im Internet zu Genüge.

Fazit

Holz ist ein alter und zugleich zeitloser Baustoff, der bei entsprechender Waldpflege nachhaltig, stetig nachwachsend und damit langfristig verfügbar ist. Bei geringem Eigengewicht ist Holz gut bearbeitbar, wärmespeichernd und feuchtigkeitsregulierend. Holz hält sehr lange, ist erdbebensicher und bezüglich der Unterhaltskosten günstig. Vorgefertigter Holzbau ermöglicht kurze Bauzeiten. Und last but not least: Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl, das Holz vermittelt.