«Es ist ein Gefühl der Freiheit, unter freiem Himmel zu köcheln. Ich sitze vor dem Feuer, höre den Flammen zu, gebe dann und wann die nächste Zutat in die Gulaschsuppe», sagt einer, der immer wieder draussen kocht.

Frank heisst er. Er liebt es. Der Deutsche sagt: «Ich lasse meine Seele baumeln. Und wenn später die Gäste zufrieden strahlend ihre Tasse Suppe in der Hand halten, ist das schlichte Glück perfekt.» Im Sommer halten wir immer mal wieder einen Cervelat übers offene Feuer und geniessen das Freiluft-Menü. Im Winter ziehen wir uns in die Wärme zurück. Dabei haben wir spätestens Anfang März ein Manko: an frischer Luft, an duftender Natur.

Reto Bühler tut es auch. Der Outdoor-Spezialist und Erlebnispädagoge aus Edlibach ZG kocht in der kalten Jahreszeit mit bis zu 20 Personen am offenen Feuer. «Es ist viel einfacher, Feuer im Winter zu entfachen, als man denkt. Die kalte Luft ist trockener als im Sommer», ermutigt er andere, es auch zu versuchen.

Hat es viel Schnee, empfiehlt er, zuerst ein Loch zu graben. Dadurch ist später das Feuer vor dem Wind geschützt, und die Wärme wird von der Schneewand auf den Topf reflektiert. Auf dem aperen Waldboden ist es besser, zuerst das Laub zu entfernen.

Der Wald bietet die Infrastruktur

Je nachdem, was die Umgebung anbietet, hängt Reto Bühler den Kessel an einen grossen Ast, den er in den Schnee gerammt hat, über die Feuerstelle. Manchmal dient ihm ein herumliegender Stacheldraht oder eine Kette aus dem Rucksack zum Aufhängen des Topfs. Unkomplizierter ist es, eine vorhandene Feuerstelle zu verwenden. Gibt es keine, können drei grosse Steine im Dreieck so platziert werden, dass der Topf darauf sicher steht.

Weil das Feuer an der Flammenspitze am heissesten ist, kann auch ein Topfhalter oder Pfannenknecht, auf welchen man die Pfanne stellt, gute Dienste leisten.

Kinder beteiligen sich gerne an den Vorbereitungsarbeiten. Sie könnten mit dem Taschenmesser Späne von dürren Stecken abschneiden. Diese Holzstücke sind eine ideale Anzündhilfe für das zwischen den Steinen gestapelte Holz. Auch dünnes Nadelholz, Birkenäste oder Spiritus helfen, den Funken zu entfachen.

Als eigentliches Brennholz eignen sich dagegen Eiche und Ahorn, die weniger schnell verbrennen und länger glühen. Das Sammeln von geeignetem Brennholz und das Feuermachen und Kochen ist in Schweizer Wäldern und auf Weiden normalerweise gestattet. Gemeint ist herumliegendes Holz, nicht das Kappen von lebenden Ästen und Bäumen. «Jeder Wald hat seinen Eigentümer. Der Respekt vor der Natur, aber auch der Respekt gegenüber fremdem Eigentum (Wald), welches uns als Erholungsraum gratis zur Verfügung gestellt wird, gebietet einen entsprechend sorgsamen Umgang», erklärt Theo Weber, Vorsteher Amt für Wald und Naturgefahren im Kanton Schwyz, die Rechtslage in der Schweiz.

Zutaten 1½–2 Liter Wasser, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Karotte, ¼ Sellerie, ¼ Wirz, ½ Lauch, 1 Kartoffel, Gemüsebouillon, Salz, Pfeffer nach Belieben4 Esslöffel Teigwaren (Hörnli, Maccheroni) oder 2–3 Esslöffel Risottoreis, ½ Büchse Borlottibohnen, 50 g geriebener Sbrinz. Zubereitung Wasser in einer feuerfesten Pfanne aufkochen. Gemüse und Kartoffeln in kleine Stücke schneiden und beigeben (das Wasser muss noch nicht ganz kochen). Würzen. Ab und zu umrühren Wenn das Wasser kocht, Teigwaren oder Reis und Bohnen beigeben. Ca. 15 Minuten kochen lassen, bis die Teigwaren al dente sind.Mit geriebenem Käse servieren.

Minestrone, für 4 Personen

Zutaten 1½–2 Liter Wasser, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Karotte, ¼ Sellerie, ¼ Wirz, ½ Lauch, 1 Kartoffel, Gemüsebouillon, Salz, Pfeffer nach Belieben4 Esslöffel Teigwaren (Hörnli, Maccheroni) oder 2–3 Esslöffel Risottoreis, ½ Büchse Borlottibohnen, 50 g geriebener Sbrinz. Zubereitung Wasser in einer feuerfesten Pfanne aufkochen. Gemüse und Kartoffeln in kleine Stücke schneiden und beigeben (das Wasser muss noch nicht ganz kochen). Würzen. Ab und zu umrühren Wenn das Wasser kocht, Teigwaren oder Reis und Bohnen beigeben. Ca. 15 Minuten kochen lassen, bis die Teigwaren al dente sind.Mit geriebenem Käse servieren.

Wer kein Holzfeuer fürs Kochen entfachen will, findet in Outdoor-Geschäften Kocher mit Spiritus, Benzin oder Gas. Gleichzeitig heisst das aber auch, mehr Gewicht und Volumen im Rucksack mitzutragen.

Schon Holzfeuer allein ist ein Genuss. Da braucht es keine Kochkünste oder komplizierte Rezepte, den Hunger zu stillen. Ideal ist eine Suppe. Sie braucht ausser einem feuerfesten Topf, wie sie die Pfadfinder einsetzen, kaum Material. Sie sorgt gleichzeitig für die Flüssigkeitszufuhr, für Wärme und Sättigung. Weil die Flüssigkeit sicher 10 Minuten kocht, kann das Wasser aus einem Bach oder aus geschmolzenem Schnee stammen. Allfällige Unreinheiten werden abgetötet.

Pro Person vier bis fünf Deziliter Wasser berechnen. Während das Wasser, mit etwas Bouillon gewürzt, auf dem Feuer steht, können nach Belieben Saisongemüse wie Rüebli, Lauch, Sellerie, Champignons, Zwiebeln in kleine Stücke geschnitten und direkt in die Flüssigkeit gegeben werden.

Praktisch ist die Kürbis-Variante: Jeder höhlt einen kleinen Kürbis aus. Das Fruchtfleisch wird in der Bouillon weichgekocht, die Schale dient später als Suppentasse. Wer sich die Rüstarbeit draussen sparen will, kann zu Hause alles schneiden oder Gemüsestücke getrocknet, tiefgekühlt oder aus der Dose mitnehmen. Auch die Gewürzmischung kann zu Hause vorbereitet werden. Damit die Suppe sättigt, eignen sich Teigwaren, Reis, Gerste, Kartoffelwürfel und rote Linsen, die in rund 15 Minuten gar sind. Werden die Zutaten von Beginn weg dem Wasser beigegeben, müssen ein paar wenige Minuten mehr dazugerechnet werden.

Die Suppe kann mit gekochten Kichererbsen, roten Bohnen oder «Wursträdli» ergänzt werden. Wer will, streut am Schluss geriebenen oder in Stücke gebrochenen Käse darüber.

Einer für alles

Neben Suppen sind auch sogenannte One-pot-Rezepte geeignet. Dabei gibt man alle Zutaten, zum Beispiel für Tomatenteigwaren, von Beginn weg in den feuerfesten Topf und kocht sie mit dem Wasser gemeinsam auf. Wichtig ist, dass man immer wieder gut rührt; je weniger Wasser in der Pfanne verbleibt, um so mehr. Sonst brennt es schnell am Topfboden an. Robuste Handschuhe oder ein dicker Lappen schützen vor Verbrennungen. Sind die Teigwaren al dente, sollte auch das Wasser verdampft sein. So bleiben alle Nährstoffe und Aromen im Gericht und müssen nicht mit dem Kochwasser weggegossen werden.

Reto Bühler macht immer wieder die Erfahrung, dass das Kochen draussen über dem Feuer viel weniger Gewürze und Salz braucht. Kocht er mit Leuten, lädt er alle ein, selber Zutaten für die Suppe mitzubringen. So stehen alle um den Suppentopf, schnipseln ihr Gemüse ins Wasser – für gute Stimmung, Gemeinschaft und eine spezielle Suppe ist damit gesorgt.

Es knistert, helle Flammen lodern, der Duft nach Holz breitet sich aus. Es ist wohltuend, die Hände über dem Feuer zu wärmen. «Am Feuer sitzen und in die Flammen sehen war das Fernsehen unserer Urahnen», schmunzelt Reto Bühler. Als krönenden Abschluss, wenn das Holz noch glüht, wickelt er Streifen von Blätterteig um Holzstecken und lässt sie über der Glut backen. Dann vorsichtig und noch warm vom Holz nehmen, ein «Schokoladenstängeli» in die Teigröhre schieben und «Schoggi-Hotdog geniessen».

Zutaten 1,2 Liter Wasser, 1 Dose Pelati (gehackt oder ganz), 1 Zwiebel, gehackt, 1 Knoblauchzehe, gehackt, 400 g Teigwaren. 1 Kaffeelöffel Salz, evtl. wenig Chiliflocken, evtl. 1–2 Esslöffel Tomatenpüree,getrocknete Basilikumblätter, geriebener Greyerzer. Zubereitung Wasser und alle Zutaten bis und mit Chiliflocken in einen feuerfesten Topf geben. Aufkochen. Zugedeckt 10–15 Minuten kochen lassen. (Ist auf der Teigwarenverpackung 10 Minuten Kochzeit angegeben, brauchen sie etwa 4–5 Minuten länger, da sie mit kaltem Wasser aufgesetzt wurden.) Immer wieder umrühren. Je mehr Wasser verkocht ist, umso häufiger rühren, damit es nicht anbrennt. Gegen Ende der Kochzeit nach Belieben Tomatenpüree und Basilikum beigeben.Wenn nötig wenig Wasser zufügen; am Schluss sollte alles Wasser verdampft sein. Mit geriebenem Käse servieren.

Tomatenteigwaren (one pot)

Zutaten 1,2 Liter Wasser, 1 Dose Pelati (gehackt oder ganz), 1 Zwiebel, gehackt, 1 Knoblauchzehe, gehackt, 400 g Teigwaren. 1 Kaffeelöffel Salz, evtl. wenig Chiliflocken, evtl. 1–2 Esslöffel Tomatenpüree,getrocknete Basilikumblätter, geriebener Greyerzer. Zubereitung Wasser und alle Zutaten bis und mit Chiliflocken in einen feuerfesten Topf geben. Aufkochen. Zugedeckt 10–15 Minuten kochen lassen. (Ist auf der Teigwarenverpackung 10 Minuten Kochzeit angegeben, brauchen sie etwa 4–5 Minuten länger, da sie mit kaltem Wasser aufgesetzt wurden.) Immer wieder umrühren. Je mehr Wasser verkocht ist, umso häufiger rühren, damit es nicht anbrennt. Gegen Ende der Kochzeit nach Belieben Tomatenpüree und Basilikum beigeben.Wenn nötig wenig Wasser zufügen; am Schluss sollte alles Wasser verdampft sein. Mit geriebenem Käse servieren.