Schon von weitem sticht der runde Turm im Weiler Sulzbann bei Densbüren hervor. „Viele denken, wir haben einfach ein Silo auf dem Hof“, erklärt Yolanda Hug, die sich mit der Gründung der Firma Kräuterwerk im Strohturm ihren Traum erfüllt und ihre Leidenschaft für Kräuter zum Beruf gemacht hat.


Dass es sich nicht um ein Silo handelt, wird spätestens beim Betreten klar, wenn Yolanda dabei ist, ihre selbst angebauten Kräuter in der Küche des Strohturms zu veredeln: zu Sirupen, Teemischungen, Likören, Essig, Ölen, Essenzen, Duftkissen, Naturkosmetik usw. 

Kräuter

Kräuter

Steht man an einem der Turmfenster, wird klar, wie dick die Aussenwand ist. Nämlich gut eineinhalb Meter. „Und da ist fast nur Stroh drin“, erklärt Yolanda und erntet meist erstaunte Blicke. „Wir wollten baubiologisch bauen, mit natürlichen Materialien für den Putz und Stroh als Dämmstoff. Und ohne lange Anfahrtswege. Das Stroh stammt aus Eiken. Insgesamt wurden 125 Strohballen verarbeitet.“ An dieser Stelle hagelt es normalerweise Fragen nach Schimmel oder nach strohliebenden Mäusen. Yolanda gibt die Antworten mit einem Schmunzeln vorweg. „Wir haben keine Mäuse eingeschlossen und auch keinen Schimmel, da alles fachmännisch abgeschlossen und verputzt ist. Das ist bei so einem Gebäude sehr wichtig. Es besteht auch keine erhöhte Brandgefahr.» 

Strohturm

Strohturm

Stroh wird in der Schweiz bereits seit Jahrtausenden als biologischer Dämmstoff eingesetzt. Aufgrund des grossen Interesses an Nachhaltigkeit und Wohnhygiene wird das atmungsaktive Naturmaterial wieder vermehrt nachgefragt. Tatsächlich weist Stroh eine sehr gute CO2-Bilanz auf und hat eine sehr gute Dämmwirkung. Und die Kosten für ein mit Stroh gedämmtes Ökohaus sind etwa gleich denen eines konventionell gebauten Holzelementhauses. Unbezahlbar jedoch ist der Beitrag für die Gesundheit – und die Umwelt.