Seit kurzem bietet die amerikanische Firma Prolacta Bioscience Müttern Geld für überschüssige Milch an. Sie verarbeitet die Muttermilch zu einem hochwertigen Konzentrat aus Proteinen, Fetten und  Mineralien und verkauft es an Neugeborenen-Intensivstationen.

Studien belegen, dass Frühgeborene mit Muttermilch bessere Überlebenschancen haben. Diese Kommerzialisierung von Muttermilch sorgt bei vielen für Unmut. Milchbanken, die seit langem Milch von freiwilligen Spenderinnen den Intensivstationen gratis zu Verfügung stellen, sehen sich bedrängt. Kritiker befürchten, dass mit dem finanziellen Anreiz sozial schlechtergestellte Frauen angelockt werden. Erhält eine Frau mehr als eine Aufwandsentschädigung, so besteht Unklarheit darüber, warum sie ihre Milch zur Verfügung stellt , sagt Gillian Weaver, Präsidentin der European Milk Bank Association der "NZZ am Sonntag".

Es könne vorkommen, dass eine Mutter ihre Milch verkaufe und dem eigenen Baby Fertignahrung gebe. In der Schweiz gibt es sechs Milchbanken. 2014 konnten so 460 Frühgeborene mit total 1200 Litern gespendeter Muttermilch ernährt werden.