Kaum ist die Aufregung über Gölas Rundumschlag gegen die linkslastige Politik abgeflaut, provoziert der «Büezer der Nation» erneut. In der Sendung «Renaud Tour» auf TeleBärn verteidigt er die körperliche Züchtigung. «Eine Ohrfeige zum richtigen Zeitpunkt schadet nicht», sagte der Musiker. Früher sei es normal gewesen, ab und zu einen «Chlapf a Gring» zu bekommen.

Was früher gang und gäb gewesen sein mag, ist heute an Schulen ein absolutes Tabu. Doch wie sieht es in den eigenen vier Wänden aus? Ein Umfrage unter Aarauer Jugendlichen von Tele M1 zeigt: Die Ohrfeige ist noch längst nicht aus der Erziehung verschwunden (s. Video). Befragt man Eltern, sieht die Sache jedoch anders aus. «Körperliche wie auch psychische Gewalt – das geht nicht», findet eine Passantin.

Klima der Gewalt

Eltern riskieren mit einer Ohrfeige körperliche wie seelische Schäden bei ihren Kindern. «Man trägt ausserdem zu einem Gewaltklima bei», warnt August Flammer, Professor für Entwicklungspsychologie. Wer in seinem Elternhaus Gewalt erlebe, neige später zu ähnlichen Erziehungsmethoden.

Wer sein Kind schlägt, droht ins Visier der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) zu geraten. «Aus der Sicht des Kindes sind Schläge sicher schlecht», meint Anwalt André Kuhn gegenüber Tele M1 und erklärt: «Das Gesetz bestraft Eltern nicht, wenn ihnen einmalig die Hand ausrutscht und es bei einer Ohrfeige bleibt.»

Experten empfehlen den Eltern jedoch, nach einem solchen Vorfall mit den Kindern darüber zu sprechen und sich zu entschuldigen.