Damals wurden sie als Weinkeller, Tresorräume oder Bediensteten-Quartiere genutzt. Nicht selten dienten sie sogar dazu, Verbrecher oder Flüchtlinge vor der Verfolgung zu schützen.

Der 17. Laird Alexander Irvine of Crimond verdankt seiner Schwester viel: Nach der verlorenen Schlacht an der Seite des aufständischen Bonnie Prince Charlie hetzten die Regierungstruppen des Herzogs von Cumberland hinter ihm her. Mary rettete ihm das Leben: Sie versteckte ihren Bruder in den 1740er-Jahren in einem geheimen Zimmer im elterlichen Schloss Drum Castle bei Drumoak im schottischen Aberdeenshire und lockte die Verfolger auf eine falsche Fährte. Drei Jahre soll Alexander in diesem Raum verbracht haben, von wo aus er seine Flucht ins Pariser Exil plante. Der geheime Raum wurde vor wenigen Jahren zufällig von Archäologen entdeckt.

Immer wieder werden alte Geheimverstecke oder -gänge in Häusern und Schlössern gefunden. Auf einem Dachboden in Norwegen etwa fanden Bewohner einen Raum mit einem Lichtalarm, der blinkte, wenn jemand den Dachboden betrat. Darüber hinaus gab es eine Karte von Westeuropa und einen Puppenschuh. Es liegt nahe, dass der Raum im Zweiten Weltkrieg als Versteck für Juden diente.

Eine andere Geschichte stammt von einer Familie aus North Carolina. In einem geheimen Raum fand sie die Notiz des Vorbesitzers: Das Haus sei komplett von Schimmel zerfressen und seine Kinder seien davon krank geworden. Eine anschliessende Inspektion bestätigte die Notiz. Auf Nachfrage erklärte der – immer noch lebende – Vorbesitzer, er habe die neuen Käufer warnen wollen. Der Immobilienmakler, so seine Befürchtung, hätte den Zettel einfach verschwinden lassen.

Gestalten Sie sich Ihr eigenes Versteck

Wer nicht das Glück hat, ein verstecktes Zimmer sein Eigen nennen zu können, kann sich selbst ein solches kreieren (lassen). Es gibt sogar Firmen, die sich auf den Bau von geheimen Türen, Räumen und Gängen spezialisiert haben und unter anderem Panic Rooms gestalten. Nicht nur in einem grossen Haus, auch in einer Wohnung gibt es Möglichkeiten, ein geheimes Zimmer zu integrieren.

Der Klassiker: Ein Geheimzimmer, versteckt hinter einer beweglichen Bücherwand, die man entweder wegschieben oder wie eine normale Tür öffnen kann. Ideal für geheime Räume sind gefangene Zimmer – Zimmer also, die nur durch eine einzige Tür zu erreichen sind. Versteckt man diese hinter einem Wandspiegel, einem grossen Bild oder eben einem Bücherregal, ist der Deal perfekt.

Natürlich gibt es auch andere Geheimverstecke: Kniestöcke etwa, versteckte Räume unter der Treppe – ganz in Harry-Potter-Manier – oder natürlich auch verborgene Plätze ausserhalb des Wohnhauses: gut getarnte Baumhäuser zum Beispiel.

Wozu ein Geheimzimmer?

Stellen Sie sich vor, was für ein Geschenk für Ihr Kind: ein geheimer Rückzugsort! Doch auch Sie selbst können von einem solchen Raum profitieren – und zwar auch dann, wenn Sie kein Flair für mysteriöse Welten haben: Auch ein begehbarer Kleiderschrank nämlich oder, im grösseren Stil, ein verstecktes Ankleidezimmer ist ein geheimer Raum. Letzteres bietet dieselbe Funktionalität wie ein begehbarer Schrank und punktet zudem noch mit einem schönen Nebeneffekt: Nur Sie wissen von seiner Existenz.

Ebenso gut können Sie einen versteckten Raum nutzen, um darin wichtige Unterlagen oder den Familienschmuck aufzubewahren. Dadurch bleiben Ihre wertvollen Besitztümer vor neugierigen Blicken geschützt und das Sicherheitsniveau Ihrer Immobilie steigt. Besitzen Sie ein geschichtsträchtiges Anwesen samt Geheimzimmer, dann könnte diese Besonderheit sogar den Wiederverkaufswert erhöhen.

In modernen Objekten beherbergen die geheimen Räume meist das Büro oder einen Panic Room. Ein Raum unter der Treppe eignet sich aufgrund der niedrigen Raumhöhe entweder tatsächlich für Kinder oder aber als praktische Abstellkammer, in der Wäscheständer, Staubsauger und Co. auf wundersame Art und Weise verschwinden. Wenn er wirklich geheim bleiben soll, platzieren Sie einfach eine Bank davor, die man jederzeit leicht wegschieben kann.

Drei Faktoren für ein Geheimzimmer

  • Funktion: Heutzutage liegen dem Wunsch nach einem versteckten Zusatzraum unterschiedliche Beweggründe zugrunde. Soll das Zimmer als Schutzraum dienen, der im Notfall Sicherheit bietet? Als eine Art Bunker also? Oder möchten Sie das verborgene Zimmer als Safe für Wertsachen und Bargeld nutzen? Alternativ dazu haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, dort einen ruhigen Rückzugsort zum ungestörten Entspannen einzurichten. Oder wie wär’s mit einem geheimen Weinkeller? In Bars und Restaurants werden aus praktischen Gründen oft direkte Zugänge zum Getränkelager gebaut, daheim sparen Sie mit so einer Luke zum privaten Weinkeller ebenso den Umweg über den Flur.
  • Lage: Studieren Sie den Grundriss Ihrer Immobilie und überlegen Sie ganz genau, wo sich ein Geheimzimmer am besten unterbringen lässt. Als besonders praktisch erweisen sich oft ungenutzte Ankleidezimmer oder Vorratskammern.
  • Zugang: Zu jedem Geheimraum gehört eine unsichtbare Geheimtür. Grenzt das Geheimversteck an Ihre Bibliothek, so lassen Sie am besten eines der Bücherregale zu einer Tür umarbeiten. Alternativ kann man einen grossen, freistehenden Schrank vor dem Durchgang platzieren und einfach dessen Rückwand entfernen. Bei Bedarf schlüpfen Sie durch die Schranktür in das dahinterliegende geheime Refugium. Oder aber Sie verkleiden die Tür mit einem grossen Spiegel oder Bild.

Fazit

Egal ob versteckter Safe oder Spieloase für Ihre Kinder: Ein Geheimzimmer ist relativ einfach realisierbar und fasziniert Jung und Alt gleichermassen. Darüber hinaus kann es sogar den Wert Ihrer Immobilie steigern.