Was unterscheidet einen Garten von einer Terrasse?

Ein Garten ist per Definition ein abgegrenztes Stück Land, in dem Pflanzen oder Tiere gepflegt werden und das im Unterschied zu einem Park meist privat genutzt wird. Ein Garten kann dem Anbau von Nutzpflanzen, aber auch einem künstlerischen oder spirituellen Zweck oder einfach der Freizeit und Erholung dienen.

Eine Terrasse ist im Gegensatz zum Garten eine (optional überdachte) Plattform an einem Haus, die für den Aufenthalt im Freien vorgesehen ist. Kleinere, überdachte Terrassen werden oft als Veranden bezeichnet. Meist befindet sich eine Terrasse auf der Erdgeschossebene eines Gebäudes. Es gibt aber auch Dachterrassen, auch Dachgärten genannt.

Nicht nur wer ein Haus baut, sondern auch wer auf der Suche nach dem passenden Mietobjekt ist, stellt sich die Frage: Garten oder Terrasse? Wer Kinder hat, macht sich mit Sicherheit andere Überlegungen als ein Paar. Wer in Vollzeit arbeitet, setzt womöglich andere Prioritäten als jemand, der viel Freizeit hat. Und wer Tierbesitzer ist, muss andere Dinge beherzigen als eine alleinstehende Person. 

Ein Garten macht glücklich

„Der Garten ist ein eigener Himmel“, besagt ein persisches Sprichwort. Und ein Sprichwort aus China lautet: „Wenn du einen Abend lang glücklich sein willst, dann betrinke dich. Wenn du eine Woche lang glücklich sein willst, schlachte ein Schwein. Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, werde Gärtner.“

Der Garten gilt seit eh und je als Inbegriff des Paradieses – man denke nur an den biblischen Garten Eden. Warum ein Garten oder das Gärtnern glücklich macht, hat verschiedene Gründe: Man macht etwas selbst, mit den eigenen Händen – ganz im Sinne der modernen Do-it-yourself-Mentalität. Man sieht schnelle Erfolge des eigenen Handelns – etwas, das im Berufsleben oft fehlt. Man tauscht sich mit Gleichgesinnten aus. Man bewegt sich an der frischen Luft. Man erfährt unzählige Aha-, aber auch Wow-Erlebnisse. Ein Garten erdet den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein Garten birgt ausserdem unzählige Möglichkeiten: eine Wiese etwa als Spielplatz für Kinder und zugleich grüne Oase zum Entspannen. Je nach Grösse Platz für Obstbäume, die Früchte schenken und Schatten spenden, Spielgeräte wie Sandkasten oder Schaukel, vielleicht sogar für einen Teich oder einen Pool und sogar für Tierzucht. Jeder kann hier seine Vorlieben verwirklichen, man kann experimentieren und alles wieder über den Haufen werfen.

Gärten können gehegt und gepflegt oder auch wild romantisch sein. Im letztere verirren sich gerne Igel, Vögel und je nachdem auch Frösche. Ein Garten ist natürlicher als eine Terrasse und vor allem, wenn er verwinkelt ist, ein idealer Rückzugsort für Gross und Klein. Ja nach Flora kann man in einem Garten auch die heissesten Sommertage in angenehmem Klima geniessen.

Eine Terrasse ist vor allem praktisch

Die Kehrseite der Medaille: Ein Garten ist zeit- und mitunter auch kostenintensiv. Für viele Berufstätige (oder anderweitig Beschäftigte) ist eine Terrasse die bessere Option: Der Verzicht auf Rasen und Beete macht sie wesentlich pflegeleichter als einen Garten. Gleichwohl kann eine Terrasse nicht nur stilvoll und einladend, sondern auch romantisch sein: Schliesslich lässt sich auch eine Terrasse begrünen. Blumentöpfe und Hochbeete erlauben – wenn auch in etwas begrenzterem Rahmen als ein Garten – sogar die Zucht von Pflanzen und den Anbau von Gemüse und können auf diese Weise ebenfalls ein Gefühl des Gärtnerns vermitteln. Der Vorteil im Vergleich zu ebenerdigen Beeten: weniger Unkraut und weniger unliebsame Zeitgenossen wie Schnecken, Würmer und Käfer. 

Eine Terrasse ist nicht nur aufgrund ihrer begrenzten Grösse, sondern auch aufgrund ihrer Dauerhaftigkeit in der Regel günstiger als ein Garten: Während in einem Garten jedes Jahr neue Kosten für Pflanzen, Dünger etc. anfallen, beschränken sich die Investitionen bei einer Terrasse grundsätzlich auf die einmalige Anlage.

Da sich Terrassen (abgesehen von Dachterrassen) im Windschatten eines Hauses befinden, sind sie, auch wenn sie nicht überdacht sind, geschützter als ein Garten. Selbst ein Sturm kann ihnen meist nichts anhaben. Auf der anderen Seite stehen sie – vorausgesetzt, sie sind entsprechend gross – einem Garten in nichts nach, wenn es um Entspannung oder sogar eine Party geht.

Fazit

Was für den einen ein Traum ist, kann für den anderen ein Albtraum sein: Ein Garten bietet viel, verlangt aber auch viel. Eine Terrasse ist mit Sicherheit die bequemere, dafür für manch einen auch die langweiligere Option. Sehen Sie hier die Vor- und Nachteile auf einen Blick – ein Plus an Lebensqualität bieten fraglos beide Freiluftvarianten.

Vorteile des Gartens

  • Wiese als Spielplatz für Kinder und grüne Oase zum Entspannen
  • Bäume als Schattenspender
  • Platz für Teich, Pool, Spielgeräte, Tierhaltung
  • Natürlichkeit (Jahreszeiten, Tiere wie Vögel, Igel, Frösche)
  • Romantik
  • Körperliche Ertüchtigung
  • Erdung und Entspannung
  • (Kühler) Rückzugsort
  • Gärtnern verbindet

Nachteile des Gartens

  • Zeit- und kostenintensiv
  • Zuhause von Schnecken, Würmern, Käfern, etc.
  • geringer Windschutz
  • Dreck

Vorteile der Terrasse

  • Pflegeleicht, weniger arbeits- und zeitintensiv
  • Auf Dauer weniger kostenintensiv
  • Weniger Schnecken, Würmer, Käfer
  • Weniger oder kein Unkraut
  • In der Regel besser windgeschützt (mit Ausnahme von Dachterrassen)

Nachteile der Terrasse

  • Keine Liege- bzw. Spielwiese
  • Keine grossen Bäume als Schattenspender
  • Verzicht auf Teich, Pool, Tierhaltung
  • Weniger Naturnähe und -romantik
  • Weniger Kontakt mit Gleichgesinnten