Wer sagt denn, im Winter sei im Garten nichts los? Vielleicht nicht unbedingt in Sachen Pflanzen, dafür umso mehr in der Luft. Ein Garten ist ja nicht nur zum Bestaunen und Ernten da. Er dient auch der Nahrungsaufnahme. Nahrung ist in den kalten Wintermonaten besonders gefragt. Doch wenn die Erde gefroren ist oder Schnee liegt, wird das Futter für unsere gefiederten Freunde knapp. Zwar heisst es vonseiten der Vogelwarte Sempach, dass ein Zufüttern nicht zwingend nötig sei, aber es könne den Vögeln das Überleben doch erleichtern.

Natürlich findet man im Handel eine breite Palette an Futtersamen für die Vögel. Doch nicht alles ist ideal für jede Vogelart, denn auch sie haben ihre Vorlieben. Während Spatzen, Finken oder Goldammern gern Sonnenblumenkerne und Hanfsamen fressen, stehen Meisen eher auf fettreiche Meisenknödel. Geradezu als Feinschmecker könnte man die Rotkehlchen und Amseln bezeichnen. Sie sind sogenannte Weichfutterfresser und lieben Rosinen, Kleie, Haferflocken und Obst, das schon etwas angefault ist.

Statt fertige Mischungen zu kaufen, kann man das Futter auch selbst herstellen und auf die vor Ort lebenden Vögel abstimmen. Das geht ganz einfach: Man kombiniert eine qualitativ einwandfreie Körnermischung (Essensresten oder Brot vermeiden!) mit Rindertalg oder Schweinefett (aus ökologischen Gründen besser als Palmöl oder Kokosfett) und füllt sie in Guetsli-Ausstechformen oder in Tassen, die man dann am Henkel draussen aufhängt. Dazu unbedingt ein Ästchen hineinstecken, damit die Piepmätze zum Fressen Halt finden und nicht abrutschen.

Einige schöne dekorative Ideen bietet das Buch «Vögel füttern» von Gudrun Schmitt (Frech-Verlag). Übrigens auch für Vogelhäuschen, die mit etwas handwerklichem Geschick selbst gebastelt werden können. Wichtig dabei: Das Häuschen sollte so gebaut sein, dass das Futter nicht der Nässe ausgesetzt ist und idealerweise in offenen Krippen nachsickern kann. Die Vogelwarte rät, die Futterstellen so schmal zu konstruieren, dass sich die Vögel nicht hineinsetzen (und hineinkoten) können. Nusssäckchen, Fettringen und Meisenknödel können einfach unter freiem Himmel aufgehängt werden. Allerdings am besten in einem gebührenden Abstand (zwei bis fünf Meter) zu Orten mit möglichen Feinden, die den Vögeln auflauern könnten. Ideal ist, wenn in der Nähe des Futterhauses Bäume oder Sträucher stehen, die bei Gefahr als Zufluchtsort dienen können.

Übrigens ist der Futterbedarf am Morgen am grössten. Deshalb sollte man die Futterstelle am Abend so auffüllen, dass es für 24 Stunden reicht. Und wenn das Häuschen oder die Säckchen gleich vor dem Wohnzimmer angebracht werden, hat man die perfekte Aussicht auf das Spektakel vor dem Fenster.

Weitere Infos: www.vogelwarte.ch