Die Menge des Stoffs Trichlorfluormethan in der Atmosphäre sinkt demnach seit 2012 langsamer, als nach den geltenden Umweltregelungen zu erwarten wäre. Die Gruppe um Stephen Montzka von der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) vermutet eine neue, illegale Quelle von Trichlorfluormethan.

Trichlorfluormethan gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die früher unter anderem als Kühlmittel und in Spraydosen als Treibmittel verwendet wurden. In den Siebzigerjahren erkannten Wissenschafter, dass diese Stoffe die schützende Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schädigen. Nach der Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis im Jahr 1985 einigte sich die Staatengemeinschaft zwei Jahre später mit dem Montrealer Protokoll und folgenden Vereinbarungen auf eine drastische Reduzierung der FCKW. Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für diese Stoffgruppe.

Die Regelungen spiegelten sich zunächst auch in den Messdaten für Trichlorfluormethan in der Atmosphäre wieder. Doch im Jahr 2012 zeigt die Messkurve einen verdächtigen Knick: Die Menge sank nicht mehr wie erwartet. Die Forscher um Montzka gehen deshalb davon aus, dass es eine neue Quelle für den Stoff gibt und dass dieser entgegen internationaler Klimaschutzvereinbarungen wieder hergestellt wird. Als Grössenordnung nennen die Wissenschafter 13 000 Tonnen pro Jahr. Die Computersimulationen ergaben eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Quelle in Ostasien. (SDA)