Sie benötigen Stiefel bis zur Hüfte und lange, gelbe Regenmäntel. Aber die Schwerarbeit machen die kräftigen belgischen Kaltblüter.

Die Pferde, die rund eine Tonne wiegen, pflügen sich regelrecht durch die Fluten. Auf ihrem Rücken die Fischer mit ihren Körben. Dort, wo ihnen das Wasser bis zur Brust kommt, schwimmen die Shrimps, auf die es die Fischer abgesehen haben.

Seit rund 700 Jahren gibt es sie, die Pferdefischer von Oostduinkerke an der Küste Belgiens. Das Videoportal Great Big Story hat die letzten 19 ihrer Art für ein eindrückliches Video getroffen.

Es braucht vor allem Vertrauen

Im Interview erzählt einer von ihnen, Stefan Hanke, dass es ein Jahr braucht, bis ein Pferd bereit ist für das Fischen. «Dafür muss das Pferd vor allem Vertrauen gewinnen in seinen Reiter.» Drei Stunden lang sind die Fischer dann draussen in der Nordsee, bis ihre Körbe voll sind. 

Hanke will die uralte Tradition am Leben erhalten, indem er neue Männer zu Pferdefischern ausbildet. In den 90er-Jahren sei deren Zahl auf zwei, drei gesunken, viele hätten wegen des Alters aufgehört. Nun seien drei von den neunzehn Pferdefischern von Oostduinkerke junge Nachwuchsfischer, darunter auch Hankes Sohn.

Oostduinkerke an der Küste Belgiens