Keime

Festtagsgraus Fondue chinoise: Wenn rohes Fleisch auf den Magen schlägt

Fondue chinoise ist für viele von uns das Weihnachtsmenü schlechthin.

Fondue chinoise ist für viele von uns das Weihnachtsmenü schlechthin.

Keime Viele verderben sich über die Festtage den Magen. Schuld daran ist das rohe Fleisch. Dabei lässt sich eine Infektion leicht vermeiden.

Fondue chinoise ist für viele von uns das Weihnachtsmenü schlechthin. Umso bitterer ist die Warnung, die gestern das Bundesamt für Lebenssicherheit und Veterinärwesen (BLV) publiziert hat. Wer die Festtage nicht zwischen WC-Schüssel und Bett verbringen will, sollte sich hüten: In der Weihnachts- und Neujahrszeit häufen sich laut den Behörden Lebensmittel-Infektionen — vor allem Campylobacteriose-Erkrankungen. Gestützt wird diese Einschätzung von einer Studie des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Deren Autoren kommen zum Schluss: «Eine Infektion wird insbesondere durch die individuelle Zubereitung von Poulet am Tisch begünstigt. Da es hierbei zu einer Übertragung des Bakteriums von rohem Fleisch auf andere Lebensmittel kommen kann.» Aber auch Fleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte können mit schädlichen Keimen belastet sein.

Jährlich erwischen zwischen 7000 und 8000 Menschen eine Campylobacteriose. Betroffene leiden oft an Übelkeit, schwerem Durchfall, Unterbauchkrämpfen und Fieber. Längst nicht alle Fälle verlaufen so gravierend, wie Nicolas Müller, der leitende Arzt an der Klinik für Infektionskrankheiten der Universität Zürich, sagt. «Wenn es bei wässrigem Durchfall bleibt, muss man keinen Arzt aufsuchen. Anders sieht es aus, sobald Fieber einsetzt.»

Trennen und durchbraten

Auf die weihnachtliche Fleischschlemmerei muss man deshalb nicht verzichten. Sofern man ein paar Hygieneregeln beachtet. Das BLV empfiehlt:

Für Fleisch und für die übrigen Lebensmittel immer separate Schneidbretter, Küchenutensilien sowie Teller verwenden.

Beim Essen immer zwei Teller benutzen: einen für das rohe Fleisch sowie einen für das gekochte Fleisch, die Beilagen und Saucen. Das rohe Fleisch darf nicht mit anderen rohen oder genussfertigen Speisen – etwa Beilagen oder Salat – in Berührung kommen.

Tropfsaft von frischem oder aufgetautem Fleisch darf nicht in Kontakt mit rohen oder genussfertigen Speisen kommen.

Fleisch, vor allem Geflügel, immer gut durchgaren. Es darf innen nicht mehr roh sein. (rwy)

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