Wer an geometrische Formen denkt, dem kommt – neben der Mathematik – vor allem etwas in den Sinn: Künstler des Konstruktivismus wie Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch sowie das Bauhaus, die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert. Wer kennt nicht die Designklassiker von Marcel Breuer oder Ludwig Mies van der Rohe? Die Bilder von Paul Klee oder Wassily Kandinsky? Die Bauten von Walter Gropius?

Die Bauhausbewegung hat das Design moderner Möbel ein für allemal verändert. Schnörkellos, reduziert, schlicht und geradlinig – nach diesen Grundsätzen entwerfen heute viele junge Designer ihre Möbel. Vor allem das nordische Design ist bekannt für seine Klarheit und Funktionalität. Und für den Einsatz geometrischer Formen.

Geometrie als Einrichtungsstil

Kreise, Dreiecke, Quadrate, Rauten – geometrische Formen haben in Häusern und Wohnungen Einzug gehalten. Beistelltische, Regale, Vitrinen und Hocker sind in diversen geometrischen Formen zu haben. Auch bei Wohnaccessoires wie Teppichen und Fliesen, Bettwäsche und Kissen, Vasen und Schalen, Tisch- und Pendelleuchten hat sich das Spiel mit geometrischen Mustern durchgesetzt.

Schwarz-Weiss geht immer

Zeitlos und gleichzeitig modern, dafür steht die Farb-Kombi Schwarz-Weiss. Das Praktische: Sie lässt sich mit allen Farben kombinieren. Ein farbiger Mustermix ist natürlich mutiger. Achten Sie hier unbedingt auf Reduktion: Mehr als drei Farben wirken schnell chaotisch. Eine einfache Möglichkeit, um einen harmonischen Eindruck zu erreichen, ist es, einen Farbton zu wählen und ein Zimmer in allerlei Abstufungen dieses Farbtons einzurichten.

Geometrie fürs Badezimmer

Auch im Bad halten geometrische Formen zunehmend Einzug. Grund: Die klaren Linien lassen vor allem auch kleine Räume aufgeräumt wirken. Und: Das geradlinige Design verleiht dem Raum Ruhe.

Duschvorhänge oder Textilien mit grafischem Muster, aber auch Beistelltische und andere grifflose Badmöbel sind einfache Möglichkeiten, um dem Badezimmer einen klaren Look zu geben. Zu dem geometrischen und minimalistischen Trend passt eine bodenebene Dusche und eine ovale oder eckige freistehende Badewanne ebenso wie ein quaderförmiges Waschbecken und kantige Armaturen. Perfekt ins Bild passen auch ein Betonboden oder grossformatige Natursteinfliesen. Eine reduzierte Farbigkeit unterstützt die Konzentration auf die exakte Geometrie.

Tipp: Während grosse Räume grosse Muster vertragen, wirkt ein kleines (Bade-)Zimmer mit filigranen Mustern grösser.

Geometrie in der Küche

Auch Ihre Küche kann vom aktuellen Muster-Trend profitieren. Entscheidet man sich allerdings für ein geometrisches Muster, sollte man diesem die ganze Aufmerksamkeit überlassen. Die Küche tritt mithin in den Hintergrund. Daher passen schlichte, helle Küchen perfekt zu auffälligen Mustern. Besonders grifflose weisse Küchen mit gerader Linienführung sind der Fokussierung auf die vorherrschenden geometrischen Formen zuträglich.

Bei farbigen Küchen sollte man darauf achten, dass sich die Farbe im Muster wiederholt. Durch die Verbindung wirkt der Raum harmonischer.

Doch wie integrieren Sie die geometrischen Formen am besten in Ihre Küche? Eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit sind gemusterte Tapeten. Überlegen Sie gut, welche Wand Sie dafür auswählen oder ob Sie die Muster sogar lieber nur auf eine Teilfläche beschränken möchten. Von einer Tapezierung aller Küchenwände ist abzuraten.

Eine weitere Möglichkeit, die Küche mit geometrischen Mustern auszustatten, ist die Gestaltung der Nischenrückwände zwischen den Ober- und den Unterschränken. Geometrisch gemusterte Nischenpaneele setzen Ihre Küche effektvoll in Szene.

Fazit: Weniger ist mehr

Setzen Sie den Geometrie-Trend sparsam ein. Streichen oder tapezieren Sie nicht gleich Ihr ganzes Wohnzimmer mit einem Grafikmuster, sondern nur eine Wand. Sonst wirkt der Raum erdrückend. Das Gleiche gilt für Möbel: Setzen Sie die geometrischen Formen nur als einzelne Highlights ein, um einen unaufgeräumten Eindruck zu vermeiden.

Am besten fangen Sie klein an und setzen fürs Erste nur einzelne Akzente, damit der Raum nicht zu überladen wirkt. Eine Vase, eine Tagesdecke oder ein Plakat sind ein guter Einstieg. Gefällt Ihnen der Trend, können Sie immer noch nach passenden Möbeln Ausschau halten. Gefällt er Ihnen nach kurzer Zeit nicht mehr, können Sie die Accessoires einfach austauschen und müssen sich nicht gleich eine neue Einrichtung zulegen.

Geometrische Formen machen einen Raum im Handumdrehen interessant und verleihen ihm im besten Fall zugleich Ruhe. Das skandinavische Design ist dabei ideal für vorsichtige Anfänger, denn Einrichten mit geometrischen Formen birgt gleich mehrere Gefahren: zu viele Formen und zu viele Farben bringen Unruhe in den Raum, zu viel Schwarz verleiht einem Raum einen allzu kühlen Eindruck. Das nordische Design, geprägt von natürlichen Materialien wie Holz und Leder und hellen Farben, macht es einem leicht, diese Fehler zu vermeiden und strahlt zugleich Wärme und Frische aus.

Sie können sich nicht entscheiden, welche geometrische Form es sein soll? Hier eine kleine Hilfestellung: Streifen eignen sich für jeden Raum und sind zeitlos. Wählen Sie für kleine Räume feine Nadelstreifen, für grosse Räume ruhig breite Blockstreifen.

Moderner sind Dreiecke und, je nach Anordnung und Art, Vierecke und Polygone. Während schachbrettförmig angeordnete Quadrate eher klassisch sind, können Sie mit Rauten, Trapezen oder Vielecken richtig auftrumpfen. Achten Sie darauf, das Auge nicht zu überfordern. Je unruhiger das Muster, desto ruhiger sollte die Farbgebung sein.

Kreise können in allen Grössen und Formen miteinander kombiniert werden und so entweder einen zarten, romantischen oder auch einen auffälligen Retro-Look kreieren.