Young, dumb and broke. So lautet das Lied von Hitparadenstürmer Khalid. Und ganz so falsch liegt er eigentlich nicht. Mein Name ist Lena, ich bin 18 Jahre alt und habe weder viel Geld noch Lebenserfahrung. Und trotzdem will ich meine Gedanken mit dir teilen.

Meine letzten 12 Jahre habe ich die Schulbank gedrückt und stets versucht, mit möglichst wenig Geld das bestmögliche Leben zu führen. Konkret hiess dies Essen aus der Tupperware, Spar-Billette der SBB und Ferien in Hostels. Nun ist dieses Kapitel vorbei und ein neues startet.

Was dieses genau beinhalten wird, auf welche Menschen ich treffen und mit welchen Schwierigkeiten ich zu kämpfen haben werde, weiss ich nicht.

«Warum mich Journalismus interessiert»: Lena Ogi stellt sich vor

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Nur eines steht fest, und zwar, dass ich ab August erstmals arbeiten werde. Und zwar so richtig arbeiten.

Kein Ferienjob im Callcenter oder sonst wo. Sondern ein einjähriges Praktikum in einem Büro, mit Kaffeepause und Arbeitskollegen. Für mich als Schülerin klingt dies äusserst erwachsen und seriös. Ob ich mich darauf freuen soll, weiss ich noch nicht so wirklich. Meine Gefühle sind gemischt.

Ich freue ich mich auf die Unabhängigkeit, mein zukünftiges Team und den Gedanken, nicht ständig bis Mitternacht irgendwelche Vokabeln zu büffeln. Auch muss es sich grandios anfühlen, nicht nur von 200 Franken monatlich zu leben. Nebst all diesen Annehmlichkeiten bringe ich jedoch auch eine grosse Portion Respekt mit. Ich habe Angst nicht zu genügen, mich zu langweilen und meine Freunde, welche ich tagtäglich gesehen und geschätzt habe, zu vermissen. Ich mache ich mir sorgen, dass ich zu schnell erwachsen werde und in einen Alltagstrott verfalle. Und Routinen mag ich gar nicht!

«Ich will eine grosse Altersklasse repräsentieren»: Lena Ogi übers Schreiben und über ihre Kolumne

«Ich will eine grosse Altersklasse repräsentieren»: Lena Ogi übers Schreiben und über ihre Kolumne

Als Person, die stets aus sich herauswachsen und sich neu erfinden will, muss ich lernen, mit dieser Angst richtig umzugehen. Schliesslich wird dies nicht die letzte Veränderung sein und ich werde mich noch oft neu erfinden dürfen/müssen. Also sage ich tschüss zum Periodensystem, zu Franz Kafka und dem Logarithmus. Obwohl mir letzteres erstaunlich einfach fällt. Auch verabschiede ich mich schweren Herzens von den fünfminütigen Pausen zwischen den Lektionen, meinen schwatzhaften Pultnachbarn und dem stündlichen Toilettenbesuch mit meiner besten Freundin.

Stattdessen begrüsse ich das Leben nach der Schule, welches Lohnauszüge, Coffee To-Go Becher und hoffentlich viele neue Abenteuer und Chancen für mich bereithält.

Stehst du wie ich vor einem Neuanfang oder einer grossen Veränderung, so will ich dir Mut machen. Du bist nicht die Einzige, welche abends im Bett liegt, nicht schlafen kann und sich den Kopf über die Zukunft zerbricht. Mir, meinen Freunden und unzähligen weiteren (jungen) Erwachsenen geht es genauso. Nehmen wir also die Veränderung als Chance war und machen das Beste daraus. Funktioniert es nicht wie geplant, so lernen wir daraus und sehen es als zusätzliche Erfahrung. Die Welt steht uns offen und wir haben die Möglichkeit, Grosses zu erreichen. Lassen wir uns nicht einschränken und folgen dem Herzen und unserer Leidenschaft. Statt uns über die Zukunft den Kopf zu zerbrechen sollten wir lernen, im Hier und Jetzt zu leben.

Denn Morgen ist heute schon gestern.