Ungewöhnlich

«Ein Rätsel»: Pferdestute säugt Eseli

Stute Laralux zieht ein Eselfohlen auf – für die Pferde-Expertin ist sie «ein Wunder».

Stute Laralux zieht ein Eselfohlen auf – für die Pferde-Expertin ist sie «ein Wunder».

In der Tierklinik in Staffelbach AG entwickelte sich vor einigen Wochen eine nicht ganz alltägliche Liebe. Jene zwischen Stute Laralux und dem Eselfohlen Gina. Dies erstaunte sogar die Pferde-Expertin.

Gina hatte keinen einfachen Start ins Leben. Bei der Geburt wurde das Esel-Fohlen von seiner Mutter verstossen. Die Besitzer brachten das Tier in die Tierklinik 24 in Staffelbach – und dort fand Gina ein aussergewöhnliches Ersatzmami. 

Die Stute Laralux, die der Pferde-Expertin Sanja Leuenberger gehört, hat sich dem kleinen Eseli angenommen und es wieder aufgepäppelt.

Können sich für gewöhnlich nicht riechen

Die Pferdedame gab dem Eselbaby drei Monate lang Milch, wie «Tele M1» berichtet. Dass das überhaupt geht, erstaunte Sanja Leuenberger.

«Esel und Pferde mögen einander normalerweise nicht. Sie riechen anders und kommunizieren anderes miteinander. Deshalb ist es nicht selbstverständlich, dass eine Stute einfach so ein Eselfohlen aufzieht.»

«Diese Stute ist ein Wunder»

Sanja Leuenberger ist überzeugt, dass ihre Stute eine grosse Liebe für das Eselbaby entwickelt hatte. Denn die Stute produzierte zum besagten Zeitpunkt keine Milch, da sie kein Fohlen hatte.

«Die Stute hat trotzdem begonnen, Milch zu produzieren, eigentlich ein Rätsel. Aber vielleicht spielte auch der psychologische Faktor eine Rolle, der wiederum bewirkte, dass sich die Hormone veränderten», sagt Sanja Leuenberger. «Diese Stute ist ein Wunder und bleibt ein Wunder.»

Problematische Handaufzucht

Mittlerweile wurden Gina und Laralux wieder getrennt. Das Ersatzmami habe zu wenig Milch gegeben.

Doch die wichtigste Prägungsphase sei jetzt vorbei und somit auch die Angst, dass der Esel später einmal Probleme machen könnte. «Wenn ein Tier bei Menschen aufwächst, kann es sich nachher oft nicht richtig in die eigene Herde integrieren. Dann kann es sein, dass das Tier aggressiv wird und man es vielleicht einschläfern müsste», sagt Leuenberger.

Diese Gefahr bestehe bei Gina nicht: Sie hat bereits viele Verhaltensformen ihres Ersatzmamis angenommen und ist jetzt wieder mit ihrem richtigen Mami zusammen.

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