Technologie

Die Zukunft des Kinos liegt neu in Zürich

Die LED-Kinotechnologie verspricht mehr Brillanz, mehr Schärfe und geringeren Stromverbrauch. Ab Freitag laufen in den Arena Cinemas in Zürich die ersten Filme mit der neuen Technologie. Die Zürcher LED-Screen ist weltweit erst die dritte ihrer Art und die erste 3D-fähige.

Die LED-Kinotechnologie verspricht mehr Brillanz, mehr Schärfe und geringeren Stromverbrauch. Ab Freitag laufen in den Arena Cinemas in Zürich die ersten Filme mit der neuen Technologie. Die Zürcher LED-Screen ist weltweit erst die dritte ihrer Art und die erste 3D-fähige.

Die Arena Cinemasin Zürich haben ihren neuen LED-Kinobildschirm eingeweiht. Er ist weltweit der erste seiner Art, der 3D-fähig ist.

Ein Relikt des vergangenen Jahrhunderts sei das, sagt Kinobesitzer Edi Stöckli und drückt den Gästen einen Schlüsselanhänger in die Hand. Daran befestigt ist ein Teil jener Kinoleinwand, welche bis vor kurzem noch im Saal 5 des Arena Cinema in Zürich stand, jetzt aber der Zukunft weichen musste: Der Kinosaal im Einkaufszentrum Sihlcity wurde in den vergangenen Wochen komplett umgebaut und kommt jetzt ohne Leinwand und Projektor aus.

«Das ist der Beginn einer neuen Ära», sagt Stöckli und freut sich sichtlich, dass gestern ausgerechnet in seinem Kino der erste LED-Kinobildschirm Europas eingeweiht wurde. Seit die Brüder Lumière 1895 das erste Mal einen Kinofilm mithilfe eines Projektors zeigten, ist viel passiert.

Die Projektoren haben sich radikal verändert, erhielten aber nie ernsthafte Konkurrenz und stehen deshalb nach wie vor in fast jedem Kino der Welt. Ausser eben in Seoul, Schanghai und neu in Zürich: In diesen Städten kann man Kinofilme bereits auf den neuen, gigantisch grossen LED-Screens von Samsung schauen.

Fernsehtechnologie im Kino

Die Technologie der Fernsehbildschirme kommt also ins Kino. Möglich wird das durch eine modulare Bauweise, mit welcher sich Screens fast unbeschränkt skalieren lassen, ohne dass die 4K-Qualität (die höchste Auflösung) darunter leidet.

Offiziell eröffnet wird der neue Kinosaal am kommenden Freitag. Der gestrige Presseanlass bot jedoch bereits eine Möglichkeit, das «Kino der Zukunft» unter die Lupe zu nehmen. Die Samsung-Vertreter schwärmten vom erweiterten Farbspektrum, von der Detailschärfe und Leuchtstärke.

Diese Dinge fallen einem zwar auf, wenn man sich darauf achtet, ansonsten dürften sie dem ungeschulten Auge und dem unachtsamen Zuschauer jedoch entgehen. Der grösste Unterschied zwischen Leinwand und Bildschirm ist erkennbar, wenn die Filmszene sehr dunkel oder komplett schwarz ist: Wäh- rend es mit dem traditionellen Projektor immer gewisse Lichtreflexionen gibt, ist beim LED-Screen das «True Black» möglich.

Der Kinosaal wird dabei komplett dunkel, was für eine eindrückliche Stimmung sorgt. Auch 3D-Filme haben mit der neuen Technologie eine deutlich bessere Qualität und bieten endlich das Erlebnis, auf das Zuschauer seit langem warten.

Der LED-Kinobildschirm in Zürich ist weltweit der erste, welcher diese Funktion bietet. Im Vergleich zu Projektoren sei die Instandhaltung der Bildschirme sehr einfach, verspricht Samsung, ausserdem sollen die Screens für mehr als ein Jahrzehnt im Einsatz stehen können und dazu auch noch weniger Energie verbrauchen.

Für die Zuschauer sind die neuen Kinobildschirme vor allem deshalb interessant, weil damit neue Anwendungen möglich werden: Anders als beim Projektor muss der Kinosaal nämlich nicht mehr komplett dunkel sein, wenn Filme auf einem Bildschirm gezeigt werden.

Kinobesitzer Stöckli freut sich, dass er mit den Bildschirmen weniger eingeschränkt ist bei der Raumgestaltung seiner Kinosäle: «Ich kann jetzt Bildschirme an der Decke befestigen, am Boden oder wo immer ich will. Der Projektor hat ausgesorgt.»

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