Eigentlich sind sie ein Paradox. Diese Schuhe passen nun wirklich nicht in unsere Welt, wo alles immer nullkommaplötzlich erreicht werden muss. Denn im Slipper kann man nicht rennen, sondern nur den Weg des geringsten Widerstandes nehmen – keine Sprints auf den Zug, keine steinigen Hänge oder schlammige Wege. Was dem Slipper-Träger vielmehr entgegenkommt, ist zum Beispiel Parkett oder seidige Teppiche.

Dort soll er nämlich auch seinen Ursprung haben. Weil man es im Buckingham Palace nicht schätzte, dass die umliegende Hauptstadt so schlammig und dreckig war, soll Prinz Albert, Ehemann von Queen Victoria, seinen Schuhmacher beauftragt haben, ihm mit Leder besohlte Schuhe zu entwerfen, in die er einfach hineinschlüpfen konnte, sobald er die Türschwelle betrat.

Beliebt beim englischen Adel

Diese Slipper waren beim englischen Adel bald so beliebt, dass sie auch in einer Outdoor-Version angefertigt wurden. In den 1960er-Jahren entdeckten dann auch Schauspieler wie Jack Lemmon oder Dean Martin die Vorzüge dieses bequemen Schuhs. Später machte die ehemalige Première Dame im Elysée-Palast, Carla Bruni Sarkozy, nicht nur die Ballerinas wieder salonfähig, sondern auch die flachen Slipper. Was Schauspielerinnen wie Miranda Kerr oder Jessica Alba gerne aufnahmen – nicht zuletzt um dem Sportlichkeit- und Lässigkeitskult etwas entgegenzusetzen.

Schliesslich kann man als Slipper-Träger oder -trägerin ganz unaufdringlich die Botschaft übermitteln, dass man über viel Stilbewusstsein und Bodenhaftung verfügt, aber auch, dass einen nichts aus der Ruhe bringen kann. Schon gar nicht die übertriebene Hektik in unserer schnelllebigen Zeit.