Zu Hause bei

«Die Bilder werden nie aufgehängt»

Beim Einrichten ist Eric Hättenschwiler Perfektionist: «Wo ich die Möbel kaufe, spielt keine Rolle – Hauptsache sie passen ins Gesamtkonzept.» johanna bossart

Beim Einrichten ist Eric Hättenschwiler Perfektionist: «Wo ich die Möbel kaufe, spielt keine Rolle – Hauptsache sie passen ins Gesamtkonzept.» johanna bossart

Nachts verzaubert Sänger und Schauspieler Eric Hättenschwiler (39) sein Publikum. Zu Hause mag es der gebürtige Argentinier gemütlich und lebt mit Kater Felix in einer prächtigen WG mit Blick über Zürich.

Hier lässt es sich leben: eine Jugendstilvilla im Zürcher Kreis 6, eingebettet in einen verwilderten Garten, an einer ruhigen Strasse, mit einem Ausblick, den man sich schöner nicht ausdenken könnte. Hier wohnt der Sänger, Musicaldarsteller, Schauspieler und aktuelle «Spamalot»-Hauptdarsteller Eric Hättenschwiler. In Jeans, lässigem Hemd und barfuss empfängt uns der Ostschweizer. Eigentlich könnte Hättenschwiler auch international Karriere machen. Doch dazu meint er: «Ich bin total verwurzelt in der Schweiz, ausser bei meiner Arbeit bin ich ein unglaubliches Gewohnheitstier und brauche mein gewohntes Umfeld mit Freunden und Familie», lacht er und braut sich einen Kaffee. Ein Engagement im Ausland ist für den Star von «Ewigi Liebi», «Dällebach Kari» oder «Alperose» jeweils nur kurzfristig eine Option. «Die Verträge in ausländischen Grossproduktionen laufen oft über ein Jahr – das wäre mir zu viel, geb ich ehrlich zu.»

Das Gesamtbild muss stimmen

Der im Sternzeichen Krebs geborene Schauspieler mag es in der grosszügigen Mietwohnung schön aufgeräumt, heimelig und stilsicher. Für Gemütlichkeit sorgen die vielen verspielten Möbel im Landhausstil. So zum Beispiel ein weisses «Holz-Schäftli» in der Küche oder die bequemen Korbstühle am massiven Holztisch. Er sei ein Perfektionist, am Schluss müsse das Gesamtbild der Einrichtung stimmen. Wo er die Möbel kaufe, spiele keine Rolle, ob Flohmarkt, Ikea oder Designerladen – Hauptsache sie passen ins Gesamtkonzept.

Im WG-Haus hat es vier Wohnungen. In den unteren beiden Stockwerken des Hauses wohnen zwei befreundete Paare. Der Eingangsbereich der Hättenschwilerschen-WG befindet sich im ersten Obergeschoss der Villa. Hier wohnen Eric, sein Mitbewohner Jon und Kater Felix auf zwei Etagen. Nebst der geräumigen Wohnküche und einem Wohnzimmer befindet sich Erics «Kreativraum» auf diesem Stock. Die Küche sei das Herzstück der Wohnung. Hier gäbe es oft ein Bierchen unter Freunden, oder er koche leidenschaftlich Gerichte – wie vor ein paar Tagen ein niedergegartes Rindsfilet an Cognacsauce mit frischem Gemüse, selber gemachten Spätzli, Kroketten und Passionsfrucht-Sorbet.

Der Buddha bringt gute Vibes in die Wohnung

Wenn er aber nach den Vorführungen nach Mitternacht nach Hause komme, lege er sich zum Abschalten nur noch auf «s Hängesofa i de Stubä». Ein riesiges beigefarbenes Ding aus Mikrofaserstoff. Dann zündet er eine Kerze neben dem grossen Buddha an, der neben dem Fernseher steht, und zieht sich noch eine Folge «Brothers and Sisters» in der Flimmerkiste rein. Der Buddha habe eine wichtige, wenn auch nur symbolische Bedeutung. «Er bringt gute Vibes in die Wohnung.»

Die guten Vibes braucht Eric auch für seine kreative Tätigkeit als Mitkomponist und Autor seiner Swisspäck-Weihnachtsshow «Comedy Christmas», die im Dezember in der Maag Halle in Zürich gespielt wird. «Die Nachbarn wundern sich bestimmt, es ist Frühling und ich höre jeden Tag Weihnachtsmusik. Obwohl, bei diesem Wetter passt das ja», lacht er, setzt sich an den runden, weissen Tisch im Seventies Style, nimmt die Gitarre und summt. Plötzlich ruft er: «Jetzt hab ichs!» und singt mit wunderbar kräftiger Stimme eine Melodie.

Die Bilder stehen am Boden

Die vier Lederstühle am runden Tisch hat er von Freunden geerbt, genau wie die Lampe aus Marokko im Wohnzimmer. Einzig der «Eames Lounge Chair» im Wohnzimmer sei ein echter Klassiker, schwärmt er.

Witzig ist, dass keines der Bilder an der Wand hängt, sondern alle auf dem Boden stehen: «Die werden nie aufgehängt. Ich tausche sie regelmässig aus.» Dann geht er wieder barfuss über das knarrende Fischgratparkett und sucht eine neue Lampe, die er kürzlich an einem Strassenmarkt in Thailand gekauft hatte: «Die muss ich erst noch zusammensetzen – bin gespannt, wie die ausschaut.»

Die Inneneinrichtung der Wohnung ist in Erics Besitz. Sein WG-Partner aus Wales wohnt mehrheitlich im Ausland und ist nur wenig zu Hause. Trotzdem sagt er: «Ich wohne seit Jahren in WGs und finde das super; allerdings nur, wenn die Chemie stimmt und genug Platz da ist.» Deshalb hat die WG noch einen zweiten Stock mit den Schlafräumen und einem gemeinsamen Büro. Hier geniesst der kreative Musiker den Tag, bevor er wieder auf der Bühne steht und sich vom Publikum feiern lässt.

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