Das Video oben zeigt Nordkoreas Cheerleader, wie sie ihre Sportler beim Shorttrack anfeuern. Der Applaus der «Armee der Schönen» an der Eröffnungsfeier:

Und noch mehr vom Shorttrack:

Für unsereins ist der erste Gedanke: Wie absurd schräg ist das denn?!

Aus nächster Nähe konnten wir die Damen dann auch am Sonntagnachmittag beim Spiel der Frauen-Nati gegen Nordkorea beobachten. Oder besser: Bundesrat Alain Berset konnte dies im Stadion.

Gleich vor ihm – und Kims Schwester Kim Yo-jong – haben sich die 229 Frauen ganz in Rot gekleidet auf drei Blöcken platziert. Sie unterstützen ihr Team synchron und anscheinend militärisch gedrillt. Natürlich dürfen auch Anfeuerungsrufe oder ganze Lieder nicht fehlen. 

Alain Berset sitzt knapp hinter den nordkoreanischen Fans. Ganz rechts Kims Schwester Kim Yo-jong.

Alain Berset sitzt knapp hinter den nordkoreanischen Fans. Ganz rechts Kims Schwester Kim Yo-jong.

Was steckt dahinter?

Wie erwähnt sind die Cheerleaderinnen aus Nordkorea angereist. Dort sind sie als «Armee der Schönen» bekannt und treten normalerweise nur innerhalb der eigenen Grenzen auf. Mitmachen kann längst nicht jedermann. Die Fangruppe besteht nur aus Frauen. Und diese müssen gemäss eines Berichts der «New York Times» nicht nur jung und gutaussehend sein, sondern auch eine gewisse Körpergrösse haben und uneingeschränkte Loyalität zum Regime zeigen. Zudem wird die Familiengeschichte vor der Aufnahme überprüft. Selbst Kims Ehefrau Ri Sol-ju war einmal Teil der Gruppe.

Dass sie nach Südkorea reisen, ist ein weiterer Schritt der Annäherung. Auslandreisen sind selten. Beim südlichen Nachbarn sind sie zum insgesamt vierten Mal. Erstmals war dies 2002 für die Asien Spiele, dann 2003 bei der Sommer Universade und zuletzt 2005 für die asiatischen Leichtathletik-Meisterschaften. Auch nach China fuhren die Schönheiten schon: 2007 besuchten sie die Frauen-Fussball-WM in China.

Nordkoreas Cheerleader am Eishockey-Spiel der Frauen gegen die Schweiz.

Nordkoreas Cheerleader am Eishockey-Spiel der Frauen gegen die Schweiz.

Die Gruppe, welche meist in Uniformen auftritt, hat in Südkorea und Japan viele – vorwiegend männliche – Fans. Daher war nur schon die Ankunft der «Cheering Squad» ein Ereignis, bei dem die Medien natürlich nicht fehlen durften. Die Nordkoreanerinnen marschierten dabei dermassen in Reih und Glied zu ihren Bussen, dass jeder Zugschul-Chef einer Schweizer Rekrutenschule Tränenwasser in den Augen hätte.

Die Ankunft der «Armee der Schönen» in Südkorea.

Ziel der 229 Damen ist immer und überall das gleiche: Nordkorea in der Welt gut aussehen lassen. Dabei kommt es bei einem kommerzialisierten Anlass wie Olympischen Spielen natürlich auch zu kuriosen Augenblicken. So beispielsweise im Shorttrack-Stadion, als die Kommunistinnen ihre Choreographien vorführten, während über die Arena-Lautsprecher Hits von Bruno Mars klangen. Oder bei einer früheren Auslandsreise trugen die Damen Mützen von Nike.

Sicher ist: Für den Rest der Welt sind die Bilder zumindest gewöhnungsbedürftig – auch wenn die Damen mit ihrem Enthusiasmus bei den Events auch andere Zuschauer zum Anfeuern animieren können.

Trotzdem sind die Reaktionen in den Sozialen Medien nicht nur einfach erfreut:

«Ich wünschte mir eine solche Armee, die mir zujubelt, wenn ich mein Müsli esse.»

«Ich frage mich, wie viele dieser Frauen heimlich die Desertation planen.»

«Das klingt für mich nach einem schlechten Film.»

«Roboter-Tanz à la Nordkorea – wie lange die wohl dafür geübt haben?»

Übrigens: Schon 2010 an der Fussball-WM in Südafrika machte eine nordkoreanische Fangruppe auf sich aufmerksam. Diese seien aber angeblich gar keine Nordkoreaner gewesen, sondern Chinesen, welche ihre «kommunistischen Cousins» unterstützten: