Pep Guardiola ist kein Mann der schrillen Töne. Der neue Trainer von Bayern München will mit Haltung, Stil und Ergebnis überzeugen. Dass er nicht nur von Fussball mächtig viel versteht, sondern auch lookmässig eine sichere Hand führt, ist hinlänglich bekannt.

Haltung, Stil und Ergebnis

Kaum überraschend daher, dass er mit einem makellos sitzenden Einreiher in klassischem Businessgrau an seine erste Medienkonferenz in München erschien. Das Outfit, ein Modell von DSquared2, war nicht wirklich auffällig, aber auffallend genug, und damit dem Anlass auf meisterliche Art angemessen. Eben: Haltung, Stil und Ergebnis.

Überzeugen und durch Überzeugung auffallen. Dies schwang nicht nur bei Guardiolas Auftakt in München mit. So liesse sich auch ein Trend der Herrenmode des nächsten Sommers benennen. Wieder einmal geht es um den Zweireiher, um das Jackett, das den Oberkörper umarmt und die Betrachterin durch Klasse und Eleganz verführen will.

Stilheiligtum

Wirklich neu ist dieser Trend nicht, schon seit längerem versucht der Zweireiher, sich auf breiter Ebene durchzusetzen. Doch mit mässigem Erfolg. Ausser im Zirkel der Fashionistas, wo der Zweireiher wie ein Stilheiligtum behandelt wird. An ihm wird nicht nur Eleganz und Klasse gerühmt; nein, der Zweireiher fordert von seinem Träger strenge Disziplin ein. Denn er sollte nie offen getragen werden. Weder im Sitzen noch bei 35 Grad im Schatten. Ein körperbetonter Schnitt ist obendrein absolute Pflicht. Hängende Schultern oder zu viel Stoff rund um den Torso berauben ihn schlichtweg seiner Seele und Würde.

Versace, Prada, John Varvatos, Brioni oder DSquared2 – sie alle halten dem Zweireiher weiterhin die Treue. Sie glauben an seine Wirkung. Ja, sie wissen, dass er eine Wucht ist.

Es ist also gut möglich, dass Pep Guardiola dereinst mit einem Zweireiher am Spielfeldrand stehen wird. Der Blick der Zuschauenden wird dann bestimmt nicht einzig auf die Schlenker und Flanken auf dem Feld gerichtet sein, sondern auch auf seinen Oberkörper.