«The Game Changers»

Da schütteln Ärzte den Kopf: Gemäss einer Netflix-Doku schützt vegane Ernährung vor Krebs

James Wilks im September bei der Premiere der Netflix-Doku von «The Game Changers» in New York.

James Wilks im September bei der Premiere der Netflix-Doku von «The Game Changers» in New York.

Ist vegan die richtige Ernährung? In der Netflix-Doku «The Game Changers» wird die Fleisch- mit der Zigarettenindustrie verglichen.

Rund drei Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ernähren sich vegan. Die Dokumentation «The Game Changers», welche seit kurzem auf Netflix zu sehen ist, versucht den übrigen 97 Prozent eine vegane Ernährung schmackhaft zu machen.

Ein Muskelberg als Kämpfer für Vegane

Hauptdarsteller der Dokumentation ist James Wilks. Der Brite ist MMA-Fighter und trainiert Elite-Sondereinheiten. Während seiner Karriere im Ring füttert er seine Hochleistungsmaschine mit Fleisch. Doch dann verletzt er sich an den Knien. Mindestens sechs Monate kein Sport, so das Verdikt der Ärzte. Wilks will so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen und beginnt zu recherchieren: Welche Ernährung unterstützt den Heilungsprozess am besten? Er stösst auf eine Studie. Angeblich sollen sich römische Gladiatoren zu einem Grossteil mit pflanzlichen Lebensmitteln fit gehalten haben.

Wilks Neugier ist geweckt: Er trifft sich mit veganen Spitzensportlern und Wissenschaftern und bereist vier Kontinente. Er kommt zum Schluss, dass man auf tierische Proteine komplett verzichten kann. Die Logik dahinter: Hühner oder Rinder bauen ihre Muskelmasse auch mit einer fleischlosen Ernährung auf. Landen sie bei uns auf dem Teller, sind sie nur Träger der pflanzlichen Proteine. Also, schlussfolgert Wilks, könnte man sich gerade so gut auch direkt bei der Quelle bedienen.

Wundermittel gegen alles

Gemäss der Doku hat eine auf Pflanzen basierende Ernährung viele Vorteile. Behauptet wird, dass sich das Krebsrisiko verringere, Entzündungen schneller heilen, der Cholesterinspiegel sinke. Damit noch nicht genug: Durch eine vegane Ernährung soll sich sogar die Potenz steigern, wie in der Doku anhand von drei Athleten gezeigt wird: Nach einem veganen Abendessen wurden deutlich mehr Erektionen gemessen als nach dem Verzehr eines Fleisch-Menüs. Wilks stellt fest: Das Einzige, was bei einer veganen Ernährung wirklich fehlt, ist das Vitamin B12. Er schlägt vor, dass man dieses per Präparat zu sich nimmt.

«The Game Changers» geht in seiner Analyse hart mit der Fleischindustrie ins Gericht. Bewusst beschönige diese das Bild, wonach Fleisch für eine gesunde Ernährung unabdingbar sei. Die Wissenschafter in der Doku sagen aber das Gegenteil.

Widerspruch von Men's Health

Auf Social Media erhielt die Dokumentation viel Zuspruch. Erhielt sonst aber auch Kritik. In einem viel beachteten Artikel von Men’s Health wird bemängelt, dass der Zuschauer mit unzähligen Studien überschüttet wird. «Die Datenmenge ist gewaltig, sie impliziert beim Zuschauer: Sieh dir die ganze Wissenschaft an! Wie kann Veganismus falsch sein? Das Problem ist, dass die Studienergebnisse dem Betrachter oft verdreht präsentiert werden, ohne dass er ein vollständiges Verständnis der Forschung erhält.» Auch der Vergleich der Fleisch- mit der Zigarettenindustrie wird kritisiert. Die Wissenschaft liefere keine Beweise, dass Fleisch ebenso schädlich sei wie Tabak.

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