Sogar Christoph Blocher scheiterte an der Sommerzeit. Die 1982 unter anderem vom SVP-Übervater initiierte Volksinitiative zur Abschaffung der erst ein Jahr zuvor eingeführten Zeitumstellung kam nicht zustande. Es fehlten die nötigen Unterschriften. Auch später gab es in der Schweiz immer wieder Vorstösse zur Abschaffung der Sommerzeit, zuletzt von der Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann. Ihre Motion wurde vom Nationalrat mit 143:23-Stimmen abgelehnt.

Volk sagte Nein zur Sommerzeit

Ein einziges Mal konnte das Schweizer Volk über die Frage, ob die Uhrzeit zweimal im Jahr um eine Stunde verschoben werden soll, abstimmen. 1978 wurde die auf 1980 gemeinsam mit den Nachbarländern geplante Einführung der Sommerzeit von 83,8 Prozent der Bevölkerung abgelehnt. Die Haltbarkeit dieses Entscheides betrug jedoch nur ein Jahr. 1981 stellte auch die Schweiz die Uhren am letzten Märzwochenende erstmals um eine Stunde vor.

Bis 1995 wurden die Uhren jeweils am letzten Septemberwochenende wieder auf Normalzeit (Winterzeit) zurückgedreht, seither geschieht dies am letzten Oktoberwochenende. Geregelt wird das in Europa mit der EU-Richtlinie 2000/84/EG. Nur ein einziges Land in Westeuropa verzichtet auf eine Umstellung der Uhren – Island. In Spanien wird solches derzeit intensiv diskutiert.

Vorteile und Nachteile der Umstellung

Welche Argumente sprechen für eine Umstellung? Hauptargument bei der Einführung war die Energieeinsparung. Ob dem wirklich so ist, bleibt bis heute höchst umstritten. Studien dazu haben diametral verschiedene Ergebnisse hervorgebracht. Populär bei jüngeren Menschen ist die Verlängerung der Tageslichtzeit durch die längere Helligkeit am Abend. Als positiv wird auch die erhöhte Produktivität der Menschen dank gesteigerten Freizeitaktivitäten genannt.

Gegner der Zeitumstellung bringen die gesundheitlichen Auswirkungen der zweimaligen Zeitumstellung zur Sprache, etwa die Ausschüttung von Stresshormonen. Die Landwirtschaft beklagt die geringere Milchmenge der Kühe während einer längeren Phase nach der Umstellung. Dazu kommt der technische Aufwand durch die Umstellung aller Uhren sowie Probleme bei Datenbanksystemen im IT-Bereich.

Was bleibt, sind zweimal jährlich die stets gleichen emotionalen Diskussionen. Sehen wir es diesmal positiv, in der Nacht auf Sonntag wird uns allen eine ganze Stunde Zeit geschenkt.