Zu Hause bei

Abrakadabra, und schon steht ein Haus da!

Beton und knallige Farben – der offene Raum mit Küche und Wohnzimmer von Michel Gammenthaler spielt mit Kontrasten.Emanuel Freudiger

Beton und knallige Farben – der offene Raum mit Küche und Wohnzimmer von Michel Gammenthaler spielt mit Kontrasten.Emanuel Freudiger

Das Zuhause von Michel Gammenthaler (41), Kabarettist und Zauberer, steht in einem kleinen Ort in der Nähe von Brugg AG. Gezaubert hat er vor allem beim Bau seines Hauses. Aus der Luft gleicht der Bau nämlich einem Flipperkasten.

Die grüne Fassade fällt dem Besucher schon von Weitem auf. Modern und mit interessanten Materialien ist das Haus ausgestattet. Ein Architekt aus der Region entwarf das äusserst moderne Haus nahe der Landwirtschaftszone. Geplant wurde ein Minergiehaus, aufbauend auf einen Betonsockel und Seitenwänden aus Sichtbeton, auch das Dach ist aus Sichtbeton. Ein Teil der Seitenwände wurde aus Holz gefertigt. «Das Haus wurde in einem Tag eingepackt», lacht Michel Gammenthaler, während er Kaffee kocht.

Durchdacht wurde das praktische Wohngefühl durch eine Art Rundlauf. Jeder Raum ist durchgängig, so kann man vor allem im Erdgeschoss gut von der Küche durchs Wohnzimmer, weiter durch einen Gang und durch Gammenthalers Büro laufen. Vor allem gut gefällt dem Zauberer der eher kühle Sichtbeton. «Der Beton hat auch ein paar Fehler drin. Hie und da sieht man gar eine Schraube oder einen Nagel, der einbetoniert wurde.» Betritt man das Haus, so fällt einem eine farbige und auflockernde Fotocollage auf – das Leben der Gammenthalers in Bildern.

Eine Küche in Orange

Gammenthalers Frau Caro zeigte in der Planung des Hauses ein gutes Händchen für den optimalen Lichteinfall. Ein schmales Fenster direkt neben dem grossen Flatscreen in der Wand sorgt für eine gelungene Atmosphäre. Auffallend ist die Küche, gehalten in einem knalligen Orange. «Ich habe das in einem Einrichtungsbuch gesehen, für uns war sofort klar, das mussten wir haben.» Die Chromstahlabdeckung rundet das stylische Aussehen der Küche ab. Haben sie keine Angst, dass ihnen das Orange eines Tages verleiden könnte? «Nein. Überhaupt nicht.» Der Kaffee ist fertig.

Getrunken wird am grossen Tisch, der aus einer einzigen Corian-Platte gefertigt wurde. Die Tischplatte hängt quasi in der Luft, die Tischbeine sind weit unter dem Tisch versteckt. Die Inneneinrichtung ist demnach sehr zentral bei Gammenthalers. «Ich mag visuelle Ruhe», sagt Michel. «Und ich richte sehr gerne ein.» Das etwas Gradlinige und Strukturierte will der Zauberer mit organischem Material aufbrechen. Auf dem Tisch liegen Maiskolben – sie sorgen für die nötige Gemütlichkeit. Übrigens das schöne Stoffsofa ist die Kuschelecke der Familie. Nachts, wenn die beiden Kinder Lio (8) und Yann (13) schlafen, zieht sich der Zauberer gerne mal einen Zombie-Film rein. «Endzeitszenarios faszinieren mich.»

Tagsüber Hausmann, abends Kabarettist

Die Schlafzimmer der Kinder sind zum guten Glück weit weg von solch filmischen Eskapaden. Nämlich im Obergeschoss des Hauses. Hier sorgt ein offener Lichtschacht über der Treppe für viel Kontrast zum Sichtbeton. Auch versucht Gammenthaler mit zwei spannenden Bildern – eines im Wohnzimmer und eines nahe der Treppe – für Auflockerung und Farbe zu sorgen. Die Bilder stammen von einem befreundeten Künstler. Das Bild im Wohnzimmer korrespondiert mit der Natur draussen, das an der Wand bei der Treppe nimmt die Atmosphäre des Raumes auf.

Im oberen Stock des Hauses geht es durchs Elternschlafzimmer auf eine kleine Terrasse über dem Carport. «Hier sitzen wir sehr gerne», schmunzelt der gebürtige Zürcher. Nur leider hat er momentan wenig Zeit, um mit seiner Frau bei einem Glas Wein den Abend ausklingen zu lassen. Bis Mitte November ist er mit seinem Programm «Wahnsinn» unterwegs, und ab Ende November gehts los mit Comedy Christmas in der Maag-Halle in Zürich.

Dafür ist der 1,98 Metergrosse Kabarettist mittags immer zu Hause. Dann kocht er für die Kinder und seine Frau. «Mittagessen mit der Familie, das ist mir heilig.» Ist der Kabarettist nun am Ende seiner Wohn-Träume angekommen? «Momentan stimmt unsere Wohnsituation. Vielleicht leben wir eines Tages aber auch wieder in der Stadt.» Und dann sagt er lächelnd: «Manchmal tut der Gedanke gut, zu wissen, dass man noch nicht die Endstation erreicht hat.»

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