Was sind Blutstammzellen?

Blutstammzellen sind im Knochenmark zu finden und verantwortlich für die Bildung von roten und weissen Blutkörperchen sowie Blutplättchen – also Ausgangspunkt für die gesamte Zellneubildung des Blutes und des Abwehrsystems.

Bei einer Leukämie-Erkrankung breiten sich die Leukämiezellen im Knochenmark aus und verdrängen dort die Blutbildung. Dank einer Transplantation von neuen Blutstammzellen kann das Knochenmark seine Funktion zur Blutproduktion zurückgewinnen. 

Warum sind Gewebemerkmale so wichtig?

Passende Spender sind selten: Die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) müssen mit denjenigen des Empfängers möglichst übereinstimmen. HLA-Merkmale sind Strukturen auf der Zelloberfläche und werden vererbt – es gibt Milliarden Kombinationen. Die Chance, dass es innerhalb der Familie einen idealen Spender gibt, liegt zwischen 20 und 30 Prozent. 

Je ähnlicher die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstossungsreaktionen nach der Transplantation. Identische HLA-Merkmale finden sich nur bei eineiigen Zwillingen.

Jährlich gibt es in der Schweiz etwa 50 Blutstammzellspenden für in- oder ausländische Patienten.

Wer eignet sich als Spender?

Jeder, der zwischen 18 und 55 Jahren alt und in guter gesundheitlicher Verfassung ist sowie eine Krankenversicherung in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein abgeschlossen hat, kann sich als Spender registrieren lassen. 

Personen, die unter einer Blutkrankheit, schweren neurologischen oder psychischen Krankheiten, Autoimmunkrankheiten wie Rheuma, schweren übertragbaren Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis C, schweren Erkrankungen des Herzens oder der Lunge oder an Krebs leiden, eignen sich nicht als Spender. Auch Personen mit starkem Übergewicht oder solche, die unter 50 Kilogramm wiegen, kommen für eine Spende nicht infrage.

Was passiert mit einer Registration?

Um sich zu registrieren, wird eine Mundschleimhautprobe benötigt. Dies geschieht mithilfe eines Wattestäbchens, das eingeschickt wird. Mit der Probe werden die Gewebemerkmale analysiert und das Spenderprofil verschlüsselt in die SBSC-Datenbank (Swiss Blood Stem Cells) aufgenommen. Wer sich registriert, steht bis zum 60. Lebensalter Patienten auf der ganzen Welt als Spender zur Verfügung.

Was passiert, wenn man als Spender infrage kommt?

Sind sich die Gewebemerkmale ähnlich genug, wird der Spender von Swiss Blood Stem Cells (SBSC) telefonisch kontaktiert. Danach folgt eine vertiefte Analyse der Merkmale, ein Informationsgespräch mit einem Spezialisten und ein umfassender Gesundheitscheck.

Die Schweizer Entnahmestellen finden sich in Basel, Genf oder Zürich. Der Entscheid zu spenden kann bis zur Transplantation jederzeit widerrufen werden. 

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Ist eine Spende gesundheitlich riskant?

Eine Spende ist ungefährlich und bis auf unangenehme Nebenwirkungen gut verträglich. Spender können nach der Blutstammzellen-Entnahme unter Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen leiden. Bei der Entnahmemethode wird zwischen der peripheren Blutstammzellspende (über venöse Zugänge an den Armen) und der Knochenmarkspende unterschieden. Entscheidet sich der Arzt für letztere (in etwa 20 Prozent der Fälle), kann der Spender auch einige Tage nach der Entnahme einen dumpfen Schmerz an den Einstichstellen verspüren. 

Wer zahlt den Eingriff?

Der Eingriff ist für den Spender kostenfrei. Die Kosten für die medizinischen Abklärungen, den Spitalaufenthalt sowie den Eingriff übernimmt die Versicherung des Empfängers. Direkte Kosten wie Lohnausfall, Reisekosten oder Unkosten für Kinderbetreuung werden von der SBSC rückvergütet. (sam)