Glosse
Salzkorn

Ist in der Weinflasche wirklich das drin, was auf der Etikette steht?

Silvan Lüchinger
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Hat ein Wein «Zapfen», merkt das jeder. Oder behauptet es wenigstens. Heikler wird es, wenn es um die Frage geht: Ist in der Flasche wirklich das drin, was auf der Etikette steht? Ist der sortenreine Syrah tatsächlich einer, oder wurde er mit billigem Stoff verschnitten? Kopfweh am Tag danach kann solche Zweifel noch befeuern – und Weinliebhaber zutiefst verunsichern.

Zum Glück gibt es die Universität für Bodenkultur in Wien. Dort haben Wissenschafter eine Methode entwickelt, mit der sich Weine zweifelsfrei bestimmen lassen. Sie ist im Grunde einfach und nichts anderes als eine Kombination von Flüssigchromatographie und Ionenmobilität-Flugzeitmassenspektrometrie. Dabei wird der Wein in seine gesamten Komponenten zerlegt, was ihm einen unverkennbaren Fingerabdruck gibt.

Die Leistung der Wissenschaft in Ehren. Aber gegen jene Kenner, die von «nassem Hund» und «muskulösem Schweif» schwafeln, kommt auch sie nicht an. S.L.