Corona
Impfen kann man auch mit laufender Nase

Wann sollte man den Impftermin schieben, wann bedenkenlos durchführen? Antworten vom Eidgenössischen Impfchef Christoph Berger.

Bruno Knellwolf
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Mit leichten Beschwerden ist eine Covid-19-Impfung kein Problem.

Mit leichten Beschwerden ist eine Covid-19-Impfung kein Problem.

Britta Gut

Der Impftermin steht, alles ist bereit. Doch bevor man sich auf den Weg ins Impfzentrum macht, läuft die Nase, eine leichte Erkältung hat sich eingenistet. Was nun? Den Impftermin verschieben? «Nein», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Impfkommission. «Wegen einer leichten Erkältung oder eines einfachen Hustens kann man trotzdem impfen», sagt der Infektiologe am Universitäts-Kinderspital Zürich. Wer aber wirklich krank ist, muss den Termin verschieben.

Eine leichte Erkältung ist kein Problem

Mit einer leichten Erkältung und der zusätzlichen Impfung wird das körpereigene Immunsystem nach Berger problemlos fertig. Die Wirkung der Impfung wird weder verstärkt noch gemindert. Aber in einem kranken Zustand sollte man die Impfung verschieben und sich unabhängig von der Wirkung nicht noch zusätzlich den möglichen Impf-Nebenwirkungen aussetzen. Diese sind dann auch nicht von den Symptomen der bereits bestehenden Krankheit zu unterscheiden. «Wer krank ist, wird nicht geimpft. Das halten wir auch den Routine-Kinderimpfungen so», sagt Berger. Und sowieso sollte man sich krank nicht unter Leute mischen, egal ob im Impfzentrum oder anderswo.

Frühestens nach zwölf Tagen geschützt

Wer die erste Dosis der Covid-Impfung dann erhalten hat, ist nicht gerade eine Stunde später schon geschützt. Der Schutz durch die entstehenden Antikörper baut sich langsam auf. Gut geschützt ist man ungefähr nach zwei Wochen, frühestens nach zwölf Tagen. Nach neusten Studien nach der ersten Impfung sogar schon mit bis zu 82 Prozent Wirksamkeit. Den vollständigen Schutz vor Covid-19 gewährleistet aber erst die zweite Dosis und zwar nach einer bis zwei Wochen nach der Impfung.