Dokumentarfilm

Suche nach Depression-Gen: Leben wir unser Leben oder lebt es uns?

Der Neurologe Frank Schauder in seinem neuen Film «Das dunkle Gen».

Der Neurologe Frank Schauder in seinem neuen Film «Das dunkle Gen».

Ein deutscher Arzt will die Gründe für Depressionen erforschen und sucht in den Erb-Informationen nach Antworten. In seinem Dokumentarfilm «Das dunkle Gen» unterzieht sich Neurologe Frank Schauder einem höchst umstrittenen Gentest.

«Ich falle. Ich weiss nicht wie lange, ich weiss nicht wie tief – ich falle.» Der deutsche Arzt und Protagonist des neuen Kinofilms «Das dunkle Gen», Frank Schauder, weiss, wovon er spricht. Er selbst kämpft seit Jahren gegen eine immer wiederkehrende Depression, welcher er sich hilflos ausgeliefert fühlt. Sie hatte ihn zeitweise so im Griff, dass dabei langjährige Beziehungen zu Bruch gingen, er völlig aus der Bahn geworfen und beinahe in den Selbstmord getrieben wurde.

Schauder hat mittlerweile gelernt, mit der Krankheit zurechtzukommen. Allerdings lässt ihn die Frage nicht los, wie es überhaupt zu dieser schweren psychischen Krankheit kommen kann. Weil es in seiner Familie bisher auffällig viele Fälle von Depressionserkrankten gab, bringt ihn das auf die Idee, dass die Krankheit vererbbar sein könnte. Er macht sich auch Sorgen, ob sein Sohn ebenfalls unter einem erhöhten Erkrankungsrisiko stehen könnte.

In der Hoffnung auf Antworten unterzieht sich der Protagonist Schauder im Dokumentarfilm einem höchst umstrittenen Gentest. Als die für ihn unglaubwürdigen Ergebnisse vorliegen, beginnt Schauder selbst Nachforschungen anzustellen.

Auf der Suche nach dem Ursprung für Depression erklärt der Neurologe äusserst detaillierte, biochemische Vorgänge wie etwa die Entstehung von Glücksgefühlen im Hirn und wie Antidepressiva diese Glücksgefühle erhalten können. Durch seine diversen Gespräche mit Gen-Forschern erfahren wir einiges über den Aufbau unserer Gene und was Änderungen in der DNA für Auswirkungen haben können.

Je mehr Schauder über die komplexe Maschine Mensch lernt, desto mehr fragt er sich, ob wir als Menschen unser Leben überhaupt selbst in der Hand haben, oder ob wir einfach nur funktionieren und Gefühle und Gedanken nur ein Zusammenspiel chemischer Substanzen sind.

Der deutsch-schweizerische Film «Das dunkle Gen» ist derzeit in den Schweizer Kinos zu sehen.

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